Hinab in ewige Höhen – Altötting im 19. Jahrhundert, erzählt anhand der Geschichte des heiligen Bruders Konrad von Parzham

Michael Glaß am 30.10.2019

2019-altoettinger-dioramenschau-bruder-konrad1 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Altöttinger Dioramenschau: Das Schaubild zeigt Bruder Konrad, wie er in die Gruft unter dem Altarraum der damaligen Altöttinger St. Anna-Kirche (heute St. Konradkirche) hinabsteigt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten seinen eigenen Weg zu finden. Im Nachhinein erweisen sich manche als närrisch, andere als klug und einige zumindest als erfolgreich. Der Weg, den Br. Konrad (1818-1894) ging, erscheint nach wie vor als – nun ja, sonderbar: Als andere Kinder spielten, "spielte" er "Beten" an seinem selbst gebauten Hausaltar; als andere ins Wirtshaus gingen, ging er auf Wallfahrt und Volksmission; anstatt sein Hoferbe anzutreten, trat er den Kapuzinern bei; und als ihn später dann neidische Mitbrüder gar verspotteten, tat Br. Konrad weiter seinen Dienst an der Pforte des Altöttinger St. Anna-Klosters – 41 Jahre lang, oft 18 Stunden am Tag.

2019-altoettinger-dioramenschau-bruder-konrad3 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Altöttinger Dioramenschau: Das Schaubild zeigt Bruder Konrad, wie er in die Gruft unter dem Altarraum der damaligen Altöttinger St. Anna-Kirche (heute St. Konradkirche) hinabsteigt.

Da geht er gera­de die Stu­fen hin­ab. Im Diora­men­bild von Rein­hold Zell­ner steigt er mit der Ker­ze in der Hand die Trep­pe hin­ab in die Gruft unter dem Altar­raum der St. Anna-Kir­che. Um für sei­ne Mit­brü­der zu beten. Nach sei­nem Tod stieg er auf – zum Volks­hei­li­gen, zum Hei­li­gen der katho­li­schen Kir­che, zu einem Hei­li­gen, der auch heu­te noch ver­ehrt wird.

Zwei­fel­los kann­te Br. Kon­rad auch das ganz nor­ma­le” Auf und Ab”, die Höhen und Tie­fen im all­täg­li­chen Leben. Du hast einen har­ten Dienst an der Pfor­te”, soll ihn mal jemand ange­spro­chen haben. Br. Kon­rad aber sag­te nur: In Got­tes Namen. Mein Dienst ist wirk­lich ein Kreuz. Man muss ihn als Kreuz neh­men, dann wird es viel leich­ter!” Auch die Höhen und Tie­fen der Wall­fahrt nach Alt­öt­ting dürf­ten ihm bekannt gewe­sen sein – die Wun­der, mit denen die Wall­fahrt nach Alt­öt­ting begann, das Auf­blü­hen und der ers­te Rück­schlag, die Ereig­nis­se in der Zeit der Refor­ma­ti­on, die Instal­lie­rung der Wall­fahrt durch die Fürs­ten in der Gegen­re­for­ma­ti­on, das Dra­ma des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges, die Pracht und der Wahn des Barock. Doch Br. Kon­rad war kein gelehr­ter Gott­su­cher, der die gro­ßen Zusam­men­hän­ge erforsch­te, er ach­te­te auf die klei­nen, ein­fa­chen Din­ge des Lebens: Mei­ne Lebens­wei­se besteht nun meis­tens dar­in: lie­ben und lei­den, im Stau­nen und Anbe­ten und Bewun­dern der namen­lo­sen Lie­be Got­tes zu uns armen Geschöp­fen. In die­ser Lie­be mei­nes Got­tes kom­me ich an kein Ende.” (Brief von 1872).

Br. Kon­rad leb­te im Augen­blick. Was genau er in die­sen Momen­ten erleb­te, wird sein Geheim­nis blei­ben. Er schreibt ja selbst: Es ist genug, da kom­me ich an kein Ende.” (1872) Es lässt sich nicht so ein­fach erzählen.

"Der Hansl war schon ein Engel, bevor er ins Kloster gegangen ist"

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Darstellung des heiligen Bruder Konrad auf einem Bild im Altöttinger St. Konradkloster.

Über­haupt ist nicht viel Schrift­li­ches von ihm über­lie­fert. War­um auch? Alle Ereig­nis­se um einen her­um, die zeit­li­chen Umstän­de eines Lebens erschei­nen aus der Per­spek­ti­ve des Augen­blicks ja doch nur als eine klei­ne, bei­läu­fi­ge Rand­no­tiz. Er war eben ein Mys­ti­ker, schwer zu verstehen.

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Bruder Konrad verteilt als Pförtner im damaligen Altöttinger St. Anna-Kloster Brot an Kinder. Darstellung in Altötting.

Aber er war nicht der Welt abge­wandt: Da sind die vie­len Aus­sa­gen von Zeit­zeu­gen. Rund 200 Mal am Tag läu­te­te die Glo­cke an der Pfor­te des Klos­ters und Br. Kon­rad wies die Men­schen nicht etwa ab, weil er allei­ne mit sich selbst, mit dem Kreuz, mit Gott sein woll­te. Im Gegen­teil, Br. Kon­rad bat die Men­schen zu sich, dar­un­ter vie­le Kin­der. Eines der Kin­der schil­der­te: Wenn wir an die Pfor­te kamen, ermun­ter­te Bru­der Kon­rad uns stets zum Gebet und bete­te selbst mit uns.” Br. Kon­rad ver­teil­te Brot an die Armen und lieh denen ein Ohr, die jeman­den zum Reden brauch­ten. Vie­le Hun­dert Zeu­gen­aus­sa­gen beton­ten die Geduld und die Freund­lich­keit des Klos­ter­pfört­ners. Auch die Men­schen aus sei­nem Hei­mat­dorf Par­z­ham im Rot­tal äußer­ten bereits zu Leb­zei­ten hohen Respekt vor dem jun­gen Johann Evan­ge­list Birn­dor­fer, wie er mit Geburts­na­men hieß: Der Hansl war schon ein Engel, bevor er ins Klos­ter gegan­gen ist.” Manch eine Aus­sa­ge erscheint im Nach­hin­ein fast als pro­phe­tisch: Der Birn­dor­fer Hansl wird noch ein Hei­li­ger!” Zumin­dest galt er vie­len als Vor­bild: So soll­ten wir auch beten wie der Hansl!”

Still betend in einem ziemlich bewegten Jahrhundert

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Das Glasfenster in der Altöttinger St. Konradkirche zeigt den Heiligen als jungen Rottaler Bauern am Pflug.

So ähn­lich, aber eben nicht ganz so wie der Hansl”. Beten war frei­lich eine Selbst­ver­ständ­lich­keit im katho­li­schen Rot­tal, eben­so der Sakra­ment­emp­fang, der Rosen­kranz, die Wall­fahrt, der Mari­en­glau­be und die Wohl­tä­tig­keit. Hans Birn­dor­fer leb­te als gläu­bi­ger Mann in einer katho­lisch gepräg­ten Welt – und in einer katho­li­schen Fami­lie, die ihm viel bedeu­te­te: Du darfst es glau­ben. Ich weiß aus Erfah­rung, was das gute und böse Bei­spiel ver­mag: hät­te ich in mei­ner Jugend kein so gutes Bei­spiel vor Augen gehabt, ich wäre nicht auf den Weg gekom­men, auf dem ich jetzt bin”, sag­te er zu einem Mit­bru­der. Und doch war er ein Außen­sei­ter: Er leb­te sei­nen Glau­ben inten­si­ver, auch inten­si­ver als vie­le Mit­brü­der, nach­dem er mit 31 Jah­ren ins Kapu­zi­ner­klos­ter ein­ge­tre­ten war.

Still betend und im Dienst an sei­nen Nächs­ten leb­te der Kapu­zi­ner­bru­der – in einem ziem­lich beweg­ten Jahr­hun­dert: Als Hans Birn­dor­fer am 22. Dezem­ber 1818 als elf­tes von zwölf Kin­dern gebo­ren wur­de, hat­ten die Bay­ern gera­de das Hun­ge­rer­jahr 1816/1817 über­stan­den und kämpf­ten mit den Fol­gen der napo­leo­ni­schen Krie­ge. Spä­ter wir­bel­ten Indus­tria­li­sie­rung und Tech­ni­sie­rung – wenn im agra­risch gepräg­ten Bay­ern auch zeit­lich ver­setzt – das sozia­le Gefü­ge durch­ein­an­der, zwan­gen vie­le Klein­bau­ern und Hand­wer­ker zur Flucht in die Stadt, wo sie im Indus­trie­pro­le­ta­ri­at landeten.

Über allem schweb­te die Staa­ten­fra­ge: Bay­ern, seit 1818 eine kon­sti­tu­tio­nel­le Mon­ar­chie, war Mit­glied im Deut­schen Bund: 35 deut­sche Fürs­ten­staa­ten und vier freie Reichs­städ­te such­ten als loser Staa­ten­bund ihren Platz in einem Euro­pa der auf­stre­ben­den Natio­nal­staa­ten – mit­ten­drin die Bay­ern, die sowie­so selb­stän­dig blei­ben woll­ten, aber nicht so genau wuss­ten wo: in einem groß­deut­schen Reich mit Preu­ßen und Öster­reich, in einem drit­ten Deutsch­land” neben den bei­den Groß­mäch­ten (Tri­as-Idee) oder in einem klein­deut­schen Staat. Wir wol­len Teut­sche sein und Bay­ern blei­ben”, ver­kün­de­te mehr­mals König Lud­wig I. (17861868; König von 1825 – 1848). Als die Ent­schei­dung anstand, war König Lud­wig II. (18451886) unschlüs­sig: Im Deut­schen Krieg 1866 kämpf­ten die Bay­ern noch an der Sei­te Öster­reichs; im Deutsch-Fran­zö­si­schen Krieg 1870/71 dann an der Sei­te Preu­ßens und wur­den so Teil des Deut­schen Kai­ser­rei­ches (18711918) – die Regie­rungs­ge­schäf­te in Bay­ern lei­te­te fort­an Prinz­re­gent Luit­pold (18211912).

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Bruder-Konrad-Darstellung, Gemälde im Kapuzinerkloster St. Magdalena, Altötting.

Ein ganz ande­rer Staat hat­te etwa zur sel­ben Zeit nach knapp über 1.000 Jah­ren auf­ge­hört zu exis­tie­ren – weil Frank­reich im Zuge des Krie­ges gegen Deutsch­land sei­ne Schutz­trup­pen abzie­hen muss­te, erober­te im Sep­tem­ber 1870 ita­lie­ni­sches Mili­tär den Kir­chen­staat und erklär­te Rom zur Haupt­stadt Ita­li­ens – erst im Jahr 1929 erhielt der Vati­kan die vol­le Sou­ve­rä­ni­tät über ein sehr viel klei­ne­res Ter­ri­to­ri­um zurück. Eine Fol­ge der Neu­ord­nung Euro­pas seit Fran­zö­si­scher Revo­lu­ti­on, napo­leo­ni­scher Krie­ge und Säku­la­ri­sa­ti­on. Vor allem die Ver­staat­li­chung von Kir­chen­gü­tern war für die Kir­che im 19. Jahr­hun­dert eine nie dage­we­se­ne Her­aus­for­de­rung: Mit der Ent­eig­nung und Säku­la­ri­sie­rung von 22 Erz­bis­tü­mern und Bis­tü­mern, 80 reichs­un­mit­tel­ba­ren Abtei­en und über 200 Klös­tern im deut­schen Reich 1803, droh­te die Kir­che ihre mate­ri­el­le Basis zu ver­lie­ren. Die Kir­che ver­such­te dies nach dem Wie­ner Kon­gress 1815 durch Kon­kor­da­te (völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge zwi­schen Staat und Kir­che) abzuwenden.

Doch nicht Geld allein war ent­schei­dend. Das Bei­spiel Alt­öt­ting zeigt es: Die Pries­ter am Wall­fahrts­ort wur­den immer weni­ger. Schlim­mer noch waren die staat­li­chen Schi­ka­nen – am meis­ten beka­men die­se die Orden zu spü­ren: Bereits 1773 wur­den die Jesui­ten nach fast 200 Jah­ren aus Alt­öt­ting ver­trie­ben; 1802 traf es die Fran­zis­ka­ner – bereits seit 1654 am Wallfahrtsort.

"Ich will auch Kapuziner"

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Kapuziner in Altötting.
2019-kapuziner-vor-bruder-konrad-figur info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Kapuzinerbruder Ägidius zündet eine Kerze an einer Bruder Konrad-Statue im Altöttinger St. Konradkloster an.

In das nun leer­ste­hen­de St. Anna-Klos­ter zogen rund 150 Kapu­zi­ner ein – nicht jedoch, um hier zu wir­ken. Die Kapu­zi­ner, im Jahr 1600 von Her­zog Maxi­mi­li­an I. nach Bay­ern geholt, soll­ten ster­ben. Sie durf­ten kei­ne Novi­zen mehr auf­neh­men, kei­ne Pil­ger mehr emp­fan­gen, selbst das Pre­di­gen in ihrer eige­nen Kir­che wur­de ihnen untersagt.

Die Situa­ti­on in Alt­öt­ting war typisch für Bay­ern am Anfang des 19. Jahr­hun­derts. Mont­ge­las hat­te mit sei­nen Refor­men die Grund­la­ge für den moder­nen Ver­fas­sungs­staat gelegt, das reli­giö­se Leben und das vom Glau­ben gepräg­te Selbst­ver­ständ­nis der Bay­ern aber ernst­haft ange­grif­fen. Die Situa­ti­on änder­te sich erst als 1826 König Lud­wig I. den Thron bestieg. Er ver­such­te den star­ren Staat mit der Ener­gie der Roman­tik und mit der Kraft des Glau­bens zu bele­ben. Ich will auch Kapu­zi­ner und Fran­zis­ka­ner”, schrieb der König an sei­nen Finanz­mi­nis­ter, als die­ser die Mit­tel für die Wie­der­errich­tung von Klös­tern als nicht ver­fas­sungs­ge­mäß kri­ti­siert hat­te. Einer der engs­ten Bera­ter des Königs war der Theo­lo­ge und Bischof von Regens­burg, Johann Micha­el Sai­ler. Als Uni­ver­si­täts­leh­rer ver­mit­tel­te die­ser mehr als tau­send jun­gen Geist­li­chen ein Welt beja­hen­des Chris­ten­tum und die Fähig­keit, sich auf den All­tag und die Pro­ble­me der Gläu­bi­gen ein­zu­las­sen. Die Kir­che fiel nach der Erschüt­te­rung der Säku­la­ri­sa­ti­on nicht aus­ein­an­der, im Gegen­teil: Pries­ter und Volk rück­ten näher zusam­men. Die Volks­kir­che des 19. Jahr­hun­derts ent­stand. Die Volks­fröm­mig­keit erhielt wie­der ihren Platz; aus­drück­lich ver­tei­dig­te der Theo­lo­ge Sai­ler den Mari­en­glau­ben und die Wallfahrt.

Altötting ist und bleibt ein guter Platz zum Beten

2019-kapuziner-in-der-gnadenkapelle-im-gebet info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Ein Kapuzinerbruder betet in der Altöttinger Gnadenkapelle.

Für Alt­öt­ting waren die­se Ent­wick­lun­gen die Ret­tung in letz­ter Sekun­de. 1824 leb­ten von den ehe­mals 150 nur noch 62 Kapu­zi­ner. Am 9. Novem­ber 1826 erhielt der Guar­di­an des Kon­ven­tes einen könig­li­chen Erlass, der den Kapu­zi­nern die Wie­der­auf­nah­me von Novi­zen gestat­te­te. Als Johann Birn­dor­fer 1850 ins Klos­ter ein­trat, zähl­te der Kon­vent bereits wie­der 215 Mit­glie­der. 1853 durf­te sich der Orden auch wie­der an Volks­mis­sio­nen und Exer­zi­ti­en betei­li­gen. 1874 über­nah­men die Kapu­zi­ner das St. Mag­da­le­na-Klos­ter und die Wall­fahrts­seel­sor­ge in Alt­öt­ting von den Redemp­to­ris­ten – die­se hat­ten sich zwi­schen 1841 und 1873 um die Pil­ger geküm­mert. Eine umfang­rei­che Auf­ga­be: Pre­dig­ten hal­ten, Kom­mu­ni­on spen­den, Beich­ten abneh­men, Andach­ten und Got­tes­diens­te zele­brie­ren. Dar­über hin­aus über­nah­men die Kapu­zi­ner die Betreu­ung von Ver­ei­nen und Gemein­schaf­ten – u.a. neh­men sie sich seit 1874 der Maria­ni­schen Män­ner­kon­gre­ga­ti­on an. P. Cypri­an Fröh­lich (18531931) ist u.a. maß­geb­lich der Bau der Eisen­bahn­li­nie von Mühl­dorf nach Alt­öt­ting zu ver­dan­ken – gro­ße Pil­ger­grup­pen kamen fort­an mit dem Zug zum Wall­fahrts­ort. Ein ande­rer Kapu­zi­ner bewäl­tig­te die Fol­gen” des neu­en Pil­ger­booms: Als 1910/12 die St. Anna-Basi­li­ka gebaut wur­de, war Guar­di­an P. Josef Anton Kess­ler (18681947) die trei­ben­de Kraft. Nach wie vor wir­ken die Kapu­zi­ner am Wall­fahrts­ort. Auch wenn die Anzahl ihrer Mit­strei­ter schwin­det. Mit einem dra­ma­ti­schen Mit­glie­der­schwund müs­sen sich Orden in ganz Euro­pa und Nord­ame­ri­ka auseinandersetzen.

Vie­le Höhen und Tie­fen hält das Leben bereit. Br. Kon­rad aber blieb stets opti­mis­tisch: Oh, mei­ne Schwes­ter, der lie­be Gott meint es gut mit uns. Er hat uns mit vie­len Gna­den über­häuft, die er uns aus lau­ter Lie­be und Barm­her­zig­keit mit­teilt.” (Brief von 1872). Die Wall­fahrts­ge­schich­te haben die Kapu­zi­ner und allen vor­an der hl. Bru­der Kon­rad um ein gro­ßes Kapi­tel bereichert.

2019-silberfigur-bruder-konrad-vor-altoettinger-gnadenbild info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Die Silberfigur des heiligen Bruder Konrad in der Altöttinger Gnadenkapelle zeigt den Heiligen als Beter vor dem Gnadenbild.

Die Wall­fahrts­ge­schich­te – nur eine Rand­no­tiz im Anblick des Herrn: Ein Blick auf das Kreuz lehrt mich bei jeder Gele­gen­heit, wie ich mich zu ver­hal­ten habe. Da ler­ne ich Geduld und Demut, Sanft­mut und jedes Kreuz mit Geduld zu ertra­gen. Ja, es wird mir süß und leicht” (1872), schrieb Br. Kon­rad. Er such­te die Gegen­wart Got­tes. Nicht das Geschichts­buch, son­dern das Kreuz war sein Buch”. Und Alt­öt­ting ist und bleibt ein guter Platz zum Beten. Vie­le Wege füh­ren dorthin.

Text: Micha­el Glaß