"Unsere wichtigsten Partner": Kontinuität und Umbrüche Thema auf der jährlichen Pilgerleitertagung in Altötting

Michael Glaß am 10.12.2019

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Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl begrüßte die Teilnehmer der Pilgerleitertagung 2019 im Altöttinger Kultur + Kongress Forum.

Als sich die rund 140 Teilnehmer aus nah und fern nach dem Auftaktgottesdienst in St. Magdalena gerade im Altöttinger Kultur + Kongress Forum zum Start der jährlichen Pilgerleitertagung eingerichtet hatten, ließ auch schon Wallfahrtsrektor und Tagungsleiter Prälat Günther Mandl die Bombe platzen: "Für mich ist es time to go, time to say goodbay!"

2019 11 altoetting lfb pilgerleitertagung2 Foto: Wolfgang Terhörst
Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl begrüßte die Teilnehmer der Pilgerleitertagung 2019 im Altöttinger Kultur + Kongress Forum und stellte u.a. das Wallfahrtsmotto 2020 vor: "Die kostbare Perle finden".

Eigent­lich habe er ja noch bis 75 wei­ter­ma­chen wol­len, so Man­dl, doch ange­sichts der anste­hen­den gro­ßen Bau­maß­nah­men und Umstruk­tu­rie­run­gen habe er Bischof Ste­fan Oster bereits im Okto­ber 2018 um sei­ne Ent­bin­dung gebe­ten – auch damit sein Nach­fol­ger freie Hand bei den not­wen­di­gen Ent­schei­dun­gen habe. Nun wer­de er also am 1. Sep­tem­ber kom­men­den Jah­res mit dann 74 Jah­ren in den Ruhe­stand gehen und damit nach sechs­jäh­ri­ger Amts­zeit das Amt des Wall­fahrts­rek­tors in ande­re Hän­de geben.

Die­se Hän­de sind seit kur­zem bekannt: Der jet­zi­ge Gene­ral­vi­kar des Bis­tums Pas­sau, Dom­ka­pi­tu­lar Klaus Metzl über­nimmt von Prä­lat Man­dl die Ämter des Stadt­pfar­rers und Wall­fahrts­rek­tors. Man­dl zeig­te sich über die Ent­schei­dung sehr glück­lich – nicht nur, dass Metzl mit dem Gna­den­ort bes­tens ver­traut und ein wun­der­ba­rer Seel­sor­ger sei, son­dern auch auf­grund sei­ner Orga­ni­sa­ti­ons- und Lei­tungs­fä­hig­kei­ten. Denn, wie ein­gangs erwähnt, es stün­den umfang­rei­che Maß­nah­men am Wall­fahrts­ort an: allen vor­an 2021 die kost­spie­li­ge Dach­sa­nie­rung der Hei­li­gen Kapel­le sowie grö­ße­re Sanie­rungs­ar­bei­ten am Gebäu­de der Bischöf­li­chen Admi­nis­tra­ti­on. Im Hin­blick auf die Gna­den­ka­pel­le sei eine zeit­wei­li­ge Schlie­ßung und die Ver­le­gung aller Got­tes­diens­te in die Stift­s­pfarr­kir­che unumgänglich.

Der Abschied fal­le ihm gewiss nicht leicht, sag­te Man­dl an die ver­sam­mel­ten Pil­ger­lei­ter gerich­tet: Mir ist die Wall­fahrt unwahr­schein­lich ans Herz gewach­sen!” Vie­le neue Akzen­te habe er in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zum Woh­le der Wall­fahrt set­zen kön­nen – von der Ein­füh­rung von Pil­ger­be­treu­ern, Impuls­ka­te­che­sen und regel­mä­ßi­gen Mari­en­an­dach­ten mit Ein­zel­seg­nun­gen bis hin zu grö­ße­ren Syn­er­gie­ef­fek­ten bei Minis­tran­ten, Chö­ren oder lit­ur­gi­schen Hel­fern. Man­dl beton­te, er gehe mit Zufrie­den­heit in den Ruhe­stand – auch in dem Wis­sen, wei­ter in Alt­öt­ting woh­nen und die­nen zu dür­fen. Den Pil­ger­lei­tern dank­te er für ihre eige­nen Diens­te im Wein­berg des Herrn”: Ihr seid unse­re wich­tigs­ten Part­ner in der Gestal­tung der Wallfahrt!”

In sei­nem an die Wor­te Man­dls anschlie­ßen­den Bericht infor­mier­te der stell­ver­tre­ten­de Wall­fahrts­rek­tor, Kapu­zi­ner­pa­ter Br. Nor­bert Schlen­ker dann sei­ner­seits die Tagungs­teil­neh­mer über die in sei­nem Bereich anste­hen­den Ver­än­de­run­gen: Wie bereits 2017 ange­kün­digt, wer­den die Kapu­zi­ner das 1874 über­nom­me­ne Klos­ter St. Mag­da­le­na auf­grund der rück­läu­fi­gen Zah­len im Orden zum Ende der Wall­fahrts­sai­son 2021 in die Hän­de des Bis­tums Pas­sau über­ge­ben. Künf­tig wer­den dort nach heu­ti­gem Stand wohl die Brü­der Sama­ri­ter FLUHM (FLUHM = Flam­me der Lie­be des Unbe­fleck­ten Her­zens Mari­ens”) aus der erst 1980 gegrün­de­ten Sama­ri­ti­schen Bewe­gung Mari­ens” wir­ken. Die Gemein­schaft wur­de 2003 durch Kar­di­nal Chris­toph Schön­born in der Erz­diö­ze­se Wien errich­tet und ist kirch­lich als kle­ri­ka­ler Ver­ein appro­biert. Das Haupt­haus befin­det sich in Klein-Maria­zell in der Nähe Wiens.

Die Brü­der Sama­ri­ter wer­den dann auch in der Wall­fahrts­seel­sor­ge mit­ar­bei­ten, wel­che die Kapu­zi­ner künf­tig nicht mehr allei­ne schul­tern kön­nen. Auch bleibt St. Mag­da­le­na als Beicht­kir­che erhal­ten. Die Kapu­zi­ner kon­zen­trie­ren sich auf das Klos­ter St. Kon­rad und wer­den auch wei­ter in der Wall­fahrts­seel­sor­ge die­nen – der stell­ver­tre­ten­de Wall­fahrts­rek­tor wird ein Kapu­zi­ner blei­ben –, mit Schwer­punkt auf die Bru­der-Kon­rad-Ver­eh­rung und dem Enga­ge­ment in der Maria­ni­schen Män­ner­kon­gre­ga­ti­on. Die Wall­fahrts­kus­to­die aller­dings soll dann mit und in der Bischöf­li­chen Admi­nis­tra­ti­on der Hei­li­gen Kapel­le zusam­men­ge­legt werden.

Erhalt der Berichterstattung über die Wallfahrt

Nach P. Nor­bert ver­kün­de­te dann Bru­der Georg Grei­mel in sei­ner Funk­ti­on als geist­li­cher Bei­rat des Alt­öt­tin­ger Lieb­frau­en­bo­ten die gute Nach­richt”, dass die Zei­tung ab Janu­ar 2020 in das Eigen­tum der Diö­ze­ses Pas­sau wech­se­le und damit der Fort­be­stand gesi­chert sei: Ein Glücks­fall”, wie Br. Georg beton­te, denn damit blie­ben nicht nur die Arbeits­plät­ze und das Büro in Alt­öt­ting erhal­ten, son­dern auch – wich­tig für Sie” – die Bericht­erstat­tung über die Wallfahrt.

Einen wei­te­ren Abschied” jedoch ver­kün­de­te in sei­nem Gruß­wort Ers­ter Bür­ger­meis­ter Her­bert Hof­au­er, der bei den Wah­len im kom­men­den Jahr nicht mehr kan­di­diert. Er habe die Zusam­men­ar­beit der Stadt mit den Wall­fahrts­ver­ant­wort­li­chen stets als gut und berei­chernd emp­fun­den und sein Anlie­gen, den Gna­den­ort Alt­öt­ting auf die euro­päi­sche Ebe­ne zu heben, in Gestalt der Shri­nes of Euro­pe” ver­wirk­li­chen kön­nen. Den Pil­ger­lei­tern rief er zu: Auf ein Wie­der­se­hen, dann mit dem Alt­bür­ger­meis­ter von Altötting!”

Ein Wie­der­se­hen wird es auch mit Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Gün­ther Man­dl geben, dann aller­dings bera­tend und unter­stüt­zend an der Sei­te sei­nes Nach­fol­gers Klaus Metzl. Am Ende der Pil­ger­lei­ter­ta­gung wür­dig­te der Pil­ger­pfar­rer der Regens­bur­ger Fuß­wall­fahrt, Han­nes Lorenz, Prä­lat Man­dl für des­sen ste­ti­ge Sor­ge um die Wall­fahrt. Die Pil­ger­lei­ter dank­ten dem sicht­lich gerühr­ten Wall­fahrts­rek­tor mit lang­an­hal­ten­den ste­hen­den Ovationen.

Text: Wolf­gang Terhörst

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