"Ein Kindl der Mutter Gottes": Dr. Klaus Metzl über seine Verbundenheit zu Altötting – Er wird neuer Administrator ab September 2020

Hier fing alles an und hier schließt sich nun der Kreis: Wenn man Dr. Klaus Metzl, Generalvikar der Diözese Passau, nach seiner Geschichte mit Altötting fragt, dann muss der heute 54-Jährige weit ausholen. Bis in seine Kindheit reichen die Erinnerungen an den Wallfahrtsort zurück. Damals, als der Großvater von den Festen der Marianischen Männerkongregation erzählte oder als Klaus Metzl zusammen mit seiner Familie alljährlich nach Altötting pilgerte. "Schöne Erinnerungen sind das", sagt er heute. Und umso mehr freut es ihn nun, dass er ab September 2020 nach Altötting zurückkehren darf: Als neuer Stadtpfarrer, Wallfahrtsrektor, Stiftspropst und Administrator des berühmten Wallfahrtsortes.
“Ich bin gerne Generalvikar”, betont der 54-Jährige. Und mit 15 Jahren Amtsdauer sei er vermutlich einer der dienstältesten Generalvikare in ganz Deutschland. Aber irgendwann sei auch einmal gut und man müsse sich dann eben anderen Aufgaben widmen, ist er überzeugt. Außerdem bläue er seinen Studenten stets ein, spätestens zum 55. Geburtstag sollte man noch einmal den Aufgabenbereich wechseln. Danach sei es zu spät. “Und somit ist es auch eine Frage der eigenen Glaubwürdigkeit”, sagt er. “Ich muss mich ja selbst an meine eigenen Worte halten.” Und da er erst im November nächsten Jahres 55 Jahre alt wird, sollte er dieser Maxime Genüge tun. Zumal sein Amtsantritt in Altötting am 1. September ist.
Bereits nach seiner Priesterweihe war er als Kaplan in Altötting im Einsatz. Klaus Metzl war ein Spätberufener. Es gab nicht das eine zündende Erlebnis, die eine Eingebung, erklärt er – vielmehr ein ständiges Hineinwachsen in die Aufgabe und einen Pfarrer in seinem Heimatort, der ihn sehr prägte und vor allem auch in seinem beruflichen Weg stark unterstützte. Er studierte schließlich Theologie an der LMU in München und Philosophie an der Jesuitenhochschule der Landeshauptstadt. Da war er schon längst Seminarist in Passau. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1993 kam er als Kaplan nach Altötting. Eigentlich war nur eine Kaplanstelle in dem Wallfahrtsort vorgesehen gewesen, ganz kurzfristig sei dann eine zweite Stelle geschaffen worden. Metzl durfte mit dem damaligen Stiftspropst Max Absmeier zusammenarbeiten. “Ich habe viele gute Erinnerungen an diese Zeit” – an die Firmfahrten, die Arbeit mit den Jugendlichen an den Schulen, an die vielfältigen Aufgaben in dem Wallfahrtsort. Vor allem aber erinnert er sich gut und gern an die Abendstimmung am Kapellplatz. Wenn er mit dem Radl zurück in seine Wohnung in der Sonnengasse unterwegs war und die Gnadenkapelle das letzte Licht eines Sommerabends einfing. “Diese Ruhe, diese Stille in diesem zentralen Raum”, das sei für ihn immer ein wahrer Kraftort gewesen.
Als sich nun abzeichnete, dass Prälat Günther Mandl sich in den Ruhestand verabschieden wird, ergriff Metzl die Chance an diesen Ort zurückzukehren. “Und darauf freue ich mich. Es ist eine Traumstelle für mich.” Seine Prioritäten sind dabei klar gesetzt: Zum Einen die Pflege der klassischen Wallfahrt und zum Anderen das weite Feld der Neuevangelisierung, sprich einer Erneuerung und Rückbesinnung des Glaubens – und hier speziell die Hervorhebung der Marienverehrung. Über Maria hin zu Jesus, dies sei eine der zentralen Botschaften, die Klaus Metzl leben will. Und es gebe wenig Orte, die diese Botschaft so verkörpern wie Altötting.
Ohnehin sei er “ein Kindl der Mutter Gottes”, betont Metzl mit einem Lachen. Als Kind die Pilgerschaft zu dem Marienort, später seine erste Kaplanstätigkeit in Altötting. In Landau war er in der Pfarrei St. Maria tätig und in Passau wohnt er nun im Kloster Mariahilf. “Mein ganzes Leben hat mich die Mutter Gottes begleitet.” Dass er nun wieder an einen Marienort kommt, sei mehr als Glück, ist er sich sicher. “Das ist Fügung.” Und so schließt sich für ihn hier in Altötting sein Kreis.
Text: Johanna Stummer (Alt-Neuöttinger Anzeiger)