"Ein Kindl der Mutter Gottes": Dr. Klaus Metzl über seine Verbundenheit zu Altötting – Er wird neuer Administrator ab September 2020

Michael Glaß am 10.12.2019

2019 07 altoetting lfb gandenbild bischof stefan oster klaus metzl info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Der designierte Altöttinger Wallfahrtsrektor Klaus Metzl (2.v.l.) blickt auf das Altöttinger Gnadenbild, das Bischof Stefan Oster in der Hand hält. Links Wallfahrtsrektor Prälat Günther Mandl und in der Mitte sein Stellvertreter, Kapuzinerpater Norbert Schlenker.

Hier fing alles an und hier schließt sich nun der Kreis: Wenn man Dr. Klaus Metzl, Generalvikar der Diözese Passau, nach seiner Geschichte mit Altötting fragt, dann muss der heute 54-Jährige weit ausholen. Bis in seine Kindheit reichen die Erinnerungen an den Wallfahrtsort zurück. Damals, als der Großvater von den Festen der Marianischen Männerkongregation erzählte oder als Klaus Metzl zusammen mit seiner Familie alljährlich nach Altötting pilgerte. "Schöne Erinnerungen sind das", sagt er heute. Und umso mehr freut es ihn nun, dass er ab September 2020 nach Altötting zurückkehren darf: Als neuer Stadtpfarrer, Wallfahrtsrektor, Stiftspropst und Administrator des berühmten Wallfahrtsortes.

Ich bin ger­ne Gene­ral­vi­kar”, betont der 54-Jäh­ri­ge. Und mit 15 Jah­ren Amts­dau­er sei er ver­mut­lich einer der dienst­äl­tes­ten Gene­ral­vi­ka­re in ganz Deutsch­land. Aber irgend­wann sei auch ein­mal gut und man müs­se sich dann eben ande­ren Auf­ga­ben wid­men, ist er über­zeugt. Außer­dem bläue er sei­nen Stu­den­ten stets ein, spä­tes­tens zum 55. Geburts­tag soll­te man noch ein­mal den Auf­ga­ben­be­reich wech­seln. Danach sei es zu spät. Und somit ist es auch eine Fra­ge der eige­nen Glaub­wür­dig­keit”, sagt er. Ich muss mich ja selbst an mei­ne eige­nen Wor­te hal­ten.” Und da er erst im Novem­ber nächs­ten Jah­res 55 Jah­re alt wird, soll­te er die­ser Maxi­me Genü­ge tun. Zumal sein Amts­an­tritt in Alt­öt­ting am 1. Sep­tem­ber ist.

Bereits nach sei­ner Pries­ter­wei­he war er als Kaplan in Alt­öt­ting im Ein­satz. Klaus Metzl war ein Spät­be­ru­fe­ner. Es gab nicht das eine zün­den­de Erleb­nis, die eine Ein­ge­bung, erklärt er – viel­mehr ein stän­di­ges Hin­ein­wach­sen in die Auf­ga­be und einen Pfar­rer in sei­nem Hei­mat­ort, der ihn sehr präg­te und vor allem auch in sei­nem beruf­li­chen Weg stark unter­stütz­te. Er stu­dier­te schließ­lich Theo­lo­gie an der LMU in Mün­chen und Phi­lo­so­phie an der Jesui­ten­hoch­schu­le der Lan­des­haupt­stadt. Da war er schon längst Semi­na­rist in Pas­sau. Nach sei­ner Pries­ter­wei­he im Jahr 1993 kam er als Kaplan nach Alt­öt­ting. Eigent­lich war nur eine Kaplan­stel­le in dem Wall­fahrts­ort vor­ge­se­hen gewe­sen, ganz kurz­fris­tig sei dann eine zwei­te Stel­le geschaf­fen wor­den. Metzl durf­te mit dem dama­li­gen Stifts­propst Max Abs­mei­er zusam­men­ar­bei­ten. Ich habe vie­le gute Erin­ne­run­gen an die­se Zeit” – an die Firm­fahr­ten, die Arbeit mit den Jugend­li­chen an den Schu­len, an die viel­fäl­ti­gen Auf­ga­ben in dem Wall­fahrts­ort. Vor allem aber erin­nert er sich gut und gern an die Abend­stim­mung am Kapell­platz. Wenn er mit dem Radl zurück in sei­ne Woh­nung in der Son­nen­gas­se unter­wegs war und die Gna­den­ka­pel­le das letz­te Licht eines Som­mer­abends ein­fing. Die­se Ruhe, die­se Stil­le in die­sem zen­tra­len Raum”, das sei für ihn immer ein wah­rer Kraft­ort gewesen.

Als sich nun abzeich­ne­te, dass Prä­lat Gün­ther Mandl sich in den Ruhe­stand ver­ab­schie­den wird, ergriff Metzl die Chan­ce an die­sen Ort zurück­zu­keh­ren. Und dar­auf freue ich mich. Es ist eine Traum­stel­le für mich.” Sei­ne Prio­ri­tä­ten sind dabei klar gesetzt: Zum Einen die Pfle­ge der klas­si­schen Wall­fahrt und zum Ande­ren das wei­te Feld der Neuevan­ge­li­sie­rung, sprich einer Erneue­rung und Rück­be­sin­nung des Glau­bens – und hier spe­zi­ell die Her­vor­he­bung der Mari­en­ver­eh­rung. Über Maria hin zu Jesus, dies sei eine der zen­tra­len Bot­schaf­ten, die Klaus Metzl leben will. Und es gebe wenig Orte, die die­se Bot­schaft so ver­kör­pern wie Altötting.

Ohne­hin sei er ein Kindl der Mut­ter Got­tes”, betont Metzl mit einem Lachen. Als Kind die Pil­ger­schaft zu dem Mari­en­ort, spä­ter sei­ne ers­te Kaplan­s­tä­tig­keit in Alt­öt­ting. In Land­au war er in der Pfar­rei St. Maria tätig und in Pas­sau wohnt er nun im Klos­ter Maria­hilf. Mein gan­zes Leben hat mich die Mut­ter Got­tes beglei­tet.” Dass er nun wie­der an einen Mari­en­ort kommt, sei mehr als Glück, ist er sich sicher. Das ist Fügung.” Und so schließt sich für ihn hier in Alt­öt­ting sein Kreis.

Text: Johan­na Stum­mer (Alt-Neuöt­tin­ger Anzeiger)