Als Diener zu den Menschen gehen: Bischof Stefan Oster weihte in Altötting Florian Schwarz und Matthias Zellner zu Diakonen

Michael Glaß am 10.12.2019

2019 12 altoetting lfb diakonenweihe2 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Bischof Stefan Oster mit den beiden neugeweihten Diakonen Matthias Zellner (l.) und Florian Schwarz (r.).

Bei Jesus zu bleiben und als Diener zu den Menschen zu gehen riet am 7. Dezember Passaus Bischof Stefan Oster in seiner Predigt Florian Schwarz und Matthias Zellner, bevor er die beiden Priesteramtskandidaten aus dem Priesterseminar St. Stephan/Passau in der Altöttinger St. Anna-Basilika zu Diakonen weihte. Bischof Oster betonte auch die Bedeutung der „ein ganzes Leben bestimmenden Entscheidung“ für das Amt des Diakons und erklärte u.a. wie Diakone (wörtlich übersetzt: Diener) die Herzen der Menschen wirklich „berühren“ können.

Von der Freu­de, dass man end­lich in den Dienst genom­men wird“ sprach Flo­ri­an Schwarz (Hei­mat­pfar­rei: Mariä Him­mel­fahrt Fürs­ten­zell, 33 Jah­re alt) im Inter­view mit dem Bis­tum Pas­sau vor der Dia­ko­nen­wei­he. Und natür­lich auch von der Freu­de auf die kom­men­de Pries­ter­wei­he“ im nächs­ten Jahr. Sowohl Schwarz als auch der gelern­te Anla­gen­me­cha­ni­ker Mat­thi­as Zell­ner (Hei­mat­pfar­rei: Mariä Namen Iggens­bach, 32) haben mit Theo­lo­gie­stu­di­um und (Pastoral-)Praktika einen lan­gen Weg hin­ter sich und wol­len nun end­lich anpa­cken. Das eine Schlüs­sel­er­leb­nis“ für die Pries­ter­be­ru­fung hat­ten bei­de laut eige­ner Aus­sa­ge nicht, viel­mehr war es eine Art Hin­ein­wach­sen“, u.a. über auch über den Dienst als Minis­tran­ten. Mat­thi­as Zell­ner drück­te es so aus: Ich will Pries­ter wer­den, weil mich die Lie­be zu Jesus Chris­tus ange­steckt hat und die­se Lie­be möch­te ich ger­ne weitergeben.“

„Mit Christus leben“

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Diakonenweihe: Bischof Oster legt Florian Schwarz die Hände auf.Diakonenweihe: Bischof Oster legt Florian Schwarz die Hände auf.

Von der Lie­be“ sprach auch Bischof Oster in sei­ner Pre­digt bei der Dia­ko­nen­wei­he, doch warn­te er auch davor, die­ses Wort miss­zu­ver­ste­hen: die Lie­be des Herrn“, die Pries­ter und Dia­ko­ne ver­kün­di­gen sol­len, sei tie­fer, rei­ner und grö­ßer“ als die nor­ma­le“, men­schen­mög­li­che Lie­be; Got­tes Lie­be kön­ne etwa auch das grund­los Böse“ im Men­schen ver­ge­ben und sie sei im dop­pel­ten Sin­ne umsonst“: gra­tis und zumin­dest dem Anschein nach ver­geb­lich“. Bischof Oster erin­ner­te mit Ver­weis auf das Tagesevan­ge­li­um vom Guten Hir­ten“ (Joh 10, 11 – 16), dass die­ser für die Sei­nen“ sogar sein eige­nes Leben gebe. In die­sem Sin­ne soll­ten sich auch die bei­den Dia­ko­ne in ers­ter Linie als Die­ner sehen, die sich nicht zu scha­de dafür sind, gera­de auch jenen Men­schen zu die­nen, die Hil­fe am nötigs­ten haben.

Den hei­li­gen Kir­chen­va­ter Ambro­si­us von Mai­land (4. Jh. n.Chr.) stell­te Bischof Oster an des­sen Gedenk­tag als Vor­bild her­aus. Ambro­si­us war nicht nur ein her­vor­ra­gen­der theo­lo­gi­scher Schrift­stel­ler, son­dern dar­über hin­aus ein cha­ris­ma­ti­scher Pre­di­ger und begna­de­ter Rhe­to­ri­ker, der der Legen­de nach sei­ne honig­sü­ße“ Spra­che den Bie­nen selbst ver­dank­te. Doch nicht sei­ne beson­de­ren Bega­bun­gen mach­ten ihn zu einem Hei­li­gen, wie Bischof Oster in sei­ner Pre­digt beton­te; viel­mehr war es sei­ne Beru­fung, die Men­schen dahin zu füh­ren, wo sie den wah­ren Honig“ fin­den: die Fro­he Bot­schaft im Evan­ge­li­um und damit den uner­gründ­li­chen Reich­tum Chris­ti“ (vgl. Tages­le­sung, Eph 3, 8). Bischof Oster riet daher den Pries­ter­amtskan­di­da­ten sich von Jesus Chris­tus for­men“ zu las­sen. Die See­le formt sich durch das, was einem am Wich­tigs­ten ist“, erklär­te er und füg­te hin­zu: nur Pries­ter, die den Herrn in den Mit­tel­punkt stel­len, die von Tag zu Tag mit Chris­tus leben“, kön­nen Men­schen wirk­lich über­zeu­gen und gar deren Her­zen berüh­ren“. Bischof Oster resü­mier­te: Ihr wer­det Die­ner der Freu­de der Men­schen sein, wenn ihr ihnen helft, (wie der hei­li­ge Ambro­si­us) den (wah­ren) Honig zu finden.“

Zwei Bischöfe im Altarraum

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Diakonenweihe: Feierlicher Einzug in die Basilika.

Der Akt der Wei­he selbst war geprägt von aus­sa­ge­kräf­ti­gen Riten und Ges­ten: Flo­ri­an Schwarz und Mat­thi­as Zell­ner erklär­ten sich bereit, das Amt des Dia­kons zu über­neh­men und spra­chen ihr Ja“ zum zöli­ba­te­ren Leben. Bischof Ste­fan Oster leg­te ihnen die Hän­de auf und sprach das Wei­he­ge­bet. Als Zei­chen ihres Diens­tes wur­den Flo­ri­an Schwarz und Mat­thi­as Zell­ner Sto­la und Dal­ma­ti­ka ange­legt, Bischof Oster über­reich­te ihnen das Evangelienbuch.

Vie­le Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge und Freun­de kamen zum fei­er­li­chen Wei­he-Got­tes­dienst in die Basi­li­ka, der vom Alt­öt­tin­ger Kapell­chor und Orgel mit H. L. Hass­lers Dixit Maria“ ein­drucks­voll musi­ka­lisch gestal­tet wur­de. Zahl­rei­che Dia­ko­ne, Pries­ter und auch zwei Bischö­fe ver­sam­mel­ten sich im Altar­raum: neben Haupt­ze­le­brant Bischof Oster kon­ze­le­brier­te u.a. auch der Frei­bur­ger Erz­bi­schof Ste­phan Bur­ger – er weil­te zuvor vier Tage lang mit dem Pil­ger­zug aus sei­ner Diö­ze­se in Alt­öt­ting und ist mit Neu­dia­kon Flo­ri­an Schwarz befreun­det. Außer­dem stand der Salz­bur­ger Domkus­tos Hans Reiß­mei­er als Kon­ze­le­brant mit am Altar; er ist mit Neu­dia­kon Mat­thi­as Zell­ner ver­wandt. Der Regens und Sub­re­gens des Pas­sau­er Pries­ter­se­mi­nars, Mar­tin Deng­ler, und Dom­de­kan Hans Bau­ern­feind, kon­ze­le­brier­ten; außer­dem waren zuge­gen zahl­rei­che Pries­ter des Pas­sau­er Dom­ka­pi­tels mit u.a. Klaus Metzl, Gene­ral­vi­kar und zukünf­ti­ger Admi­nis­tra­tor in Alt­öt­ting (ab Sep­tem­ber 2020), Josef Ede­rer, zukünf­ti­ger Gene­ral­vi­kar, und Heri­bert Schau­er, Dekan im Deka­nat Alt­öt­ting, sowie Pries­ter des Alt­öt­tin­ger Kol­le­gi­at­stifts St. Rupertus.

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Diakonenweihe: Regens Martin Dengler gratuliert Neudiakon Matthias Zellner.

Bereits am Vor­abend der Wei­he hat­ten Flo­ri­an Schwarz und Mat­thi­as Zell­ner zur geist­li­chen Ein­stim­mung in der Gna­den­ka­pel­le die Kom­plet (Abend­ge­bet) gebe­tet. Nach der Wei­he am Sams­tag fand nach­mit­tags eine fei­er­li­che Ves­per in der St. Kon­rad­kir­che mit Pre­digt des neu­en Dia­kons Flo­ri­an Schwarz, einem Segen für die anwe­sen­den Gläu­bi­gen und anschlie­ßen­der Pro­zes­si­on zur Gna­den­ka­pel­le statt. In der Kapel­le wur­de die mit­ge­brach­te Ker­ze ent­zün­det; nach einer kur­zen Andacht mit Wei­he an die Got­tes­mut­ter ent­ließ Wall­fahrts­rek­tor und Stadt­pfar­rer Prä­lat Gün­ther Mandl die bei­den Dia­ko­ne mit einem Gast­ge­schenk – je eine Votiv­ker­ze mit einer Abbil­dung der Alt­öt­tin­ger Gnadenmutter.

Text: Micha­el Glaß