„Beim Malteser Hilfsdienst mitzuarbeiten heißt für mich, es kommt von den Behinderten und Kranken so viel Dankeschön und Freude zurück – das kann man nicht mit Geld aufwerten“. Herbert Scheuerer, ehrenamtlicher Rettungsassistent aus der Diözese Regensburg weiß, wovon er spricht, kann er doch nächstes Jahr mit Stolz auf seine 50-jährige Mitgliedschaft bei den Maltesern zurückblicken. Er war bei der 49. Malteser-Wallfahrt aus Bayern und Österreich/Salzburg zum Gnadenort Altötting am Sonntag, 18. Juli wieder dabei, auch wenn diese coronabedingt anders ablief. Sie fand allein für die Helfer und Betreuer statt. Die Anliegen und Fürbitten der vielen Kranken und Behinderten, die dieses Jahr daheim bleiben mussten, wurden beim Pilgergottesdienst in der St. Anna-Basilika mit dem Regensburger Weihbischof Josef Graf miteingeschlossen. Als Konzelebranten wirkten mit Landescaritasdirektor Msgr. Bernhard Piendl, Regensburg sowie für die Diözese Eichstätt Domkapitular Franz Mattes.
Wallfahrt Malteser Hilfsdienst – Impressionen I
Eine Woche lang war „Sorgenbriefeträger“ Sepp Ertl (siehe Bilder 3,4,6, Impressionen I) zuvor unterwegs von Passau nach Altötting auf dem Via Nova-Pilgerweg. Er hatte Briefe mit Anliegen von Teilnehmern der Malteser-Ausflugsfahrten sowie von Bewohnern des Malteserstift St. Nikola im Gepäck, die bei der großen Malteser-Wallfahrt gesegnet wurden und zusammen mit Kerzen und Gebetskarten wieder an die Empfänger zurückgehen werden. Altötting sei ein „durchbeteter Ort“, versicherte Wallfahrtsorganisator Franz-Josef von der Heydte. Eine Verbindung zu allen Kranken und Behinderten könne man am besten durch das Gebet herstellen. Die Malteser bezeichnen in ihrer Ordensregel aus dem Jahr 1125 die Kranken und Behinderten als „Herrenkranke“ – denn der Malteserdienst sei zugleich ein Dienst am Herrn und Heiland selber.

Überzeugte Christen wie die Malteser leben aus dem Glauben heraus, versicherte Weihbischof Graf in seiner Predigt. Den Weg des Helfens, Dienens und des Gebetes zu beschreiten sei den Weg Mariens zu gehen, verbunden mit Jesu und unserer Mutter, wie hier in Altötting. Zwar könne man den größten bayerischen Marienwallfahrtsort nicht als einsamen Ort bezeichnen, einen Ort, an den sich Jesus mit seinen Jüngern zurückziehen wollte um ein wenig auszuruhen, sagte der Weihbischof mit Verweis auf das Tagesevangelium. Gleichwohl hätten sowohl Jesu Jünger damals wie wir heute Entspannung, Erholung von der Anspannung des Arbeitsalltags nötiger denn je. Doch auch in Stresszeiten sei eine geistliche Einkehr, ein Atemholen für die Seele allemal möglich – was auch der Malteser-Hilfsdienst mit seiner jährlichen Wallfahrt nach Altötting tun wolle.

Vertreter des Malteser Hilfsdienstes aus Salzburg übergaben bei der Nachmittagsandacht vor der Gnadenkapelle an den stellvertretenden Wallfahrtsrektor P. Norbert Schlenker OFMCap eine silberne Herz-Votivgabe als Zeichen der Verbundenheit mit dem Marienwallfahrtsort Altötting. Vor dem Schlusssegen wurden die Votivkerzen der Passauer Wallfahrtsteilnehmer sowie die Anliegen im Rucksack von Sepp Ertl geweiht.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner