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Jeder Schritt war es wert – Wallfahrt für einen guten Zweck

Michael Glaß am 01.09.2020

2020 09 01 aoelf georg kribitzneck2 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Georg Kribitzneck in Altötting.

Georg Kribitzneck beschreibt seine Leidenschaft für das Wallfahren als eine „Sucht“, die ihn jedes Jahr – normalerweise mit der heuer leider abgesagten Passauer Jugend-Fußwallfahrt im Frühling – nach Altötting drängt. Auf Nachfrage erzählte er dem „Boten“ von seiner diesjährigen Wallfahrt ins „Herz Bayerns“ an Mariae Himmelfahrt, 15. August. Zweierlei lässt sich festhalten: auch eine Pandemie kann diese „Pilger-Sehn-Sucht“ nicht stoppen und diese offenbart sich nicht als zerstörerisch, sondern – im Gegenteil – als schöpferisch und aufbauend. Denn Georg Kribitzneck ging nicht nur für sich selbst ...

Zunächst ein­mal besann sich Georg Kri­bitz­neck auf eine alte Tra­di­ti­on: bei der Pas­sau­er Fuß­wall­fahrt bekom­men Pil­ger jedes Mal klei­ne Kreu­ze und da er auf sol­che nicht ver­zich­ten woll­te, pro­du­zier­te er die­se kur­zer­hand selbst: Also nahm ich ein Stück Eichen­holz, dar­aus bekam ich 50 Kreuz­chen“, erzähl­te er.

2020 09 01 aoelf georg kribitzneck1 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Georg Kribitzneck und Prälat Günther Mandl vor der Altöttinger Gnadenkapelle.

Frei­lich kann man auch allei­ne und für sei­ne ganz per­sön­li­chen Anlie­gen pil­gern, doch ist gera­de die Pas­sau­er Jugend-Fuß­wall­fahrt doch ein Gemein­schafts­er­eig­nis“, bei dem vie­le Anlie­gen mit­ge­tra­gen wer­den. Auch die­sen Gedan­ken beach­te­te Georg Kri­bitz­neck: er erzähl­te einem Arbeits­kol­le­gen, der ehren­amt­lich als Not­fall­sa­ni­tä­ter enga­giert ist, von sei­nem Vor­ha­ben, und als er die­sen nach Anlie­gen frag­te, habe der Kol­le­ge den Kopf gesenkt und von dem an Blut­krebs erkrank­ten Mäd­chen Rebec­ca in sei­ner Nach­bar­schaft erzählt. Da mach­te es Klick in mei­nem Kopf“, schil­der­te Georg Kri­bitz­neck. Alle Gebe­te und Bit­ten auf sei­nem Weg nach Alt­öt­ting wid­me­te er der schwer kran­ken Rebec­ca. Ein Geis­tes­blitz, der nicht nur Dank­bar­keit, son­dern auch eine zusätz­li­che Moti­va­ti­on zur Fol­ge hat­te. Denn sein Arbeits­kol­le­ge lei­te­te an Georg Kri­bitz­neck via Whats­app eine bewe­gen­de“ Audio-Nach­richt wei­ter: Hal­lo, da ist Rebec­ca. Ich bin grad in Regens­burg, weil ich grad eine Che­mo bekom­me und ich möch­te mich ganz herz­lich bedan­ken, dast mich mit nach Alt­öt­ting nimmst …“ Georg Kri­bitz­neck, der zu die­sem Zeit­punkt gera­de unter­wegs und sehr erschöpft war, beschreibt: Plötz­lich taten mir kei­ne Füße mehr weh, das Gewicht des Ruck­sacks war plötz­lich egal, alles neben­säch­lich in Anbe­tracht des­sen, was Rebec­ca gera­de durch­ma­chen muss! Es gab für mich nur eines: innig um Hil­fe für Rebec­ca zu beten und zu bit­ten.“ Unter­wegs mach­te Georg Kri­bitz­neck so viel wie mög­lich auf die Typi­sie­rungs­ak­ti­on am 12. Sep­tem­ber in Thyr­nau aufmerksam.

2020 09 01 aoelf georg kribitzneck3 info-icon-20px Foto: privat
Georg Kribitzneck auf seinem Weg nach Altötting.

Der Weg hat­te es in sich: zwei Tage war Georg Kri­bitz­neck unter­wegs, rund 110 Kilo­me­ter leg­te er zurück – von Pil­ling (Neu­kir­chen vorm Wald) über Pas­sau, Vorn­bach, Pocking, Mal­ching (wo er bei einer net­ten Her­bergs­fa­mi­lie die Nacht ver­brach­te), Ering, Simbach/​Inn, Stamm­ham. Dass er auf dem von Marktl nach Alt­öt­ting im Wald der Tau­send Qua­len“ (so nen­nen die Pas­sau­er Wall­fah­rer das letz­te sehr lan­ge Weg­stück durch den Forst) falsch abge­bo­gen war, hat­te am Ende doch sein Gutes: Das kos­te­te mich 30 Minu­ten und so kam ich nicht wie geplant um 17.30 Uhr am Kapell­platz ohne Geläut an, son­dern um Punkt 18 Uhr mit Gebets­läu­ten – das war sehr schön und jeder Kilo­me­ter von den 110 und jeder Schritt war es wert!“ An der Gna­den­ka­pel­le traf Georg Kri­bitz­neck auf den mitt­ler­wei­le ehe­ma­li­gen Wall­fahrts­rek­tor, Prä­lat Gün­ther Man­dl, der sei­ne Kreu­ze segnete.

Auch das Boten“-Team wünscht der jun­gen Rebec­ca alles Gute auf ihrem schwie­ri­gen Weg! Und an Georg Kri­bitz­neck an die­ser Stel­le: Respekt für die­se Leis­tung und vie­len Dank für das bewe­gen­de Glaubenszeugnis!

Text: Micha­el Glaß / Ros­wi­tha Dorfner