
Exakt 324 Kilometer Fußmarsch in neun Tagen – also durchschnittlich 36 Kilometer am Tag – hatten 15 Wallfahrer aus Frickenhausen/Diözese Würzburg hinter sich, als sie am Nachmittag des 1. September mit dem Pilgerkreuz voran ihr Ziel erreichten und über den Kapellplatz zur Gnadenkapelle zogen.
Alle zwei Jahre wird diese „Seniorenfußwallfahrt“ mit Begleitfahrzeug durchgeführt, heuer übrigens zum 10. Mal, wie der geistliche Pilgerleiter Pfarrer Franz Schmitt (im oberen Bild rechts) erzählte.

Dabei war der jüngste Teilnehmer 55 Jahre alt, die älteste Fußpilgerin mit 75 Jahren durfte beim Einzug das Vortragskreuz tragen. Warum diese Wallfahrerin einen „Einmachgummi“ um den rechten Wanderschuh zweckentfremdete, war schnell erklärt: zwei Tage gewittriger Regenschauer auf dem Pilgerweg hatten die Sohle des Wanderschuhs gelöst. Schnelle Reparatur brachte eben dieser Notbehelf.

Nach dem Corona-bedingten Kurzbesuch mit Mund-/Nasenschutz bei der Gnadenmutter in der Heiligen Kapelle stimmten die Fußwallfahrer aus Unterfranken dann auf dem Kapellplatz das bekannte Marienlied „Segne du Maria an“ – traditionell in Instrumentalbegleitung von Willi Wunderling mit seiner Taschentrompete. Als augenzwinkernde Vorsichtsmaßnahme gegen das Corona-Virus verteilte Pfarrer Schmitt fürsorglich an die Teilnehmer aus dem unterfränkischen Landkreis Würzburg – je nach Wunsch – ein Stamperl Schnaps oder Likör. Dann wurde das Übernachtungsquartier im Altöttinger Franziskushaus aufgesucht.
Übrigens: Der eigentlich älteste Wallfahrer mit 76 Jahren hatte die Strecke mit dem Fahrrad gemeistert; eine Wegstrecke, die durch fünf bayerische Diözesen führt: Würzburg, Bamberg, Eichstätt, Regensburg und Passau.
Text: Roswitha Dorfner