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Fasten und feiern – Vierte Altöttinger Fastenpredigt mit Jugendpfarrer Wolfgang de Jong

Michael Glaß am 19.03.2021

2021 03 19 aoelfb vierte altoettinger fastenpredigt jugendpfarrer wolfgang de jong1 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Vierte Altöttinger Fastenpredigt mit Jugendpfarrer Wolfgang de Jong: Im Bild der Fastenprediger in der Stiftspfarrkirche.

„Neuer Wein in neue Schläuche“ war Thema der letzten von insgesamt vier Altöttinger Fastenpredigten in der Stiftspfarrkirche am 18. März. Als Prediger begrüßte Stadtpfarrer Prälat Dr. Klaus Metzl mit Wolfgang de Jong einen gebürtigen Altöttinger, „ein Kind dieser Pfarrei“ und den seit zehn Jahren amtierenden Jugendpfarrer der Diözese Passau.

De Jong erklär­te in sei­ner Pre­digt, wie­so sich Freu­de und Fas­ten nicht aus­schlie­ßen und nann­te als Bei­spiel für einen Per­spek­tiv­wech­sel u.a. die tra­di­tio­nel­le Pas­sau­er Jugend­fuß­wall­fahrt nach Alt­öt­ting.

Die im Evan­ge­li­um Fas­ten und Fei­ern“ (Mk 2,1822) gestell­te Fra­ge: Darf ich in der Fas­ten­zeit auch Freu­de erle­ben?“, sei eine aktu­el­le, führ­te de Jong aus – weil damals wie heu­te die Men­schen ger­ne fei­er­ten, weil die Fra­ge damals wie heu­te Unsi­cher­heit aus­lö­se. Jesus habe in sei­ner Ant­wort vor rund 2000 Jah­ren erst­mals die Freu­de betont: wenn es wie etwa bei einer Hoch­zeit um eine tie­fe Ver­bin­dung zwei­er Men­schen gehe, dann sei dies die Zeit zur Freu­de und nicht zum Fas­ten“. Im Chris­ten­tum gehe es vor­ran­gig um Bezie­hun­gen – in ers­ter Linie um die zu Gott. Zei­ten wie etwa Weih­nach­ten oder Pfings­ten, in denen der Herr ganz offen­sicht­lich mit­ten unter uns ist“, sei­en im Kir­chen­jahr fol­ge­rich­tig sol­che zum Fei­ern und nicht zum Fasten.

2021 03 19 aoelfb vierte altoettinger fastenpredigt jugendpfarrer wolfgang de jong2 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Vierte Altöttinger Fastenpredigt mit Jugendpfarrer Wolfgang de Jong: Im Bild die Feier der Eucharistie.

Jesus spre­che in sei­nem Gleich­nis vom Bräu­ti­gam aber auch von Tagen, an denen Men­schen Gott nicht sehen; außer­dem spre­che er vom neu­en Wein in alten Schläu­chen: gera­de in Zei­ten der Sün­de und des Miss­trau­ens, wenn Men­schen nicht mehr das wahr­haft Neue erkenn­ten, das mit Jesus in die Welt gekom­men ist, dann sei eben gera­de das Fas­ten ein ent­schei­den­der Impuls zum Umden­ken. De Jong resü­mier­te: bei der Freu­de, beim Fei­ern eben­so wie beim Fas­ten kom­me es dar­auf an, den eigent­li­chen Grund zu erken­nen: Der Herr ist bei uns.“ Und wenn er fern scheint, dann gel­te es umso mehr, ihn wie­der zu ent­de­cken. Der Fas­ten­pre­di­ger erklär­te: Wenn wir uns in der Fas­ten­zeit gemein­sam auf den Weg machen, Gott neu zu begeg­nen, so ist das eine Chan­ce, neu zu begin­nen, es ein­fach noch ein­mal neu zu versuchen.“

Gera­de auf die­sen Per­spek­tiv­wech­sel kom­me es an, beton­te de Jong. Dies gera­de auch in schwe­ren Zei­ten wie der­zeit wäh­rend einer Pan­de­mie. Der Fas­ten­pre­di­ger riet: Nüt­zen wir die Chan­ce und schau­en wir immer wie­der aus einer neu­en Per­spek­ti­ve auf unser Leben. Fül­len wir den neu­en Wein in neue Schläuche.“

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Vierte Altöttinger Fastenpredigt mit Jugendpfarrer Wolfgang de Jong: Der Jugendpfarrer beim Friedensgruß.

Zu einem Per­spek­tiv­wech­sel sei heu­er auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie auch die tra­di­tio­nel­le Pas­sau­er Jugend­fuß­wall­fahrt nach Alt­öt­ting gezwun­gen wor­den. Die unglück­li­chen Umstän­de böten jedoch auch eine neue Chan­ce: Jugend­li­che und jun­ge Men­schen könn­ten in klei­nen Grup­pen und Getrennt unter­wegs, ver­eint in Maria“ vie­le ver­schie­de­ne Wall­fahrts­rou­ten ent­de­cken, auch weni­ger bekann­te Wall­fahrts­or­te auf­su­chen – eben Neu­es ent­de­cken, bzw.: den neu­en Wein nicht in alte, son­dern in neue Schläu­che füllen.

Text: Micha­el Glaß, Fotos: Ros­wi­tha Dorfner