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Dahoam bei Sankt Marei – Serie Wallfahrtsorte Teil I

Michael Glaß am 22.03.2021

Beeindruckend, originell, innig: Altar in der Wallfahrtskirche in Sammarei.

Die Passauer Jugendfußwallfahrt nimmt heuer nicht nur Altötting, sondern viele Wallfahrtsziele im Bistum Passau in den Blick. In einer kleinen Serie wollen wir einige dieser heute weniger bekannten „Schätze“ vorstellen. Den Beginn macht ein Ort, der längst nicht nur durch seinen Namen mit Originalität besticht: Sammarei.

Denn der sehr ger­ne besuch­te Wall­fahrts­ort (und Orts­teil des Mark­tes Orten­burg) bei Pas­sau ist für gläu­bi­ge Katho­li­ken ein loh­nen­des Ziel – eben­so für Kunst­lieb­ha­ber, Sprach­for­scher und sogar für fre­che Neu­gie­ri­ge. Aber der Rei­he nach.

Das Gnadenbild in Sammarei.

Wall­fah­rer kom­men in der Regel mit einem schwe­ren Anlie­gen-Ruck­sack“ ans Ziel und fin­den in Samma­rei ein Gna­den­bild vor, dem sich die­ser beson­ders leicht anver­trau­en lässt; die Dar­stel­lung zeigt ein Jesus-Kind, das sich an sei­ne Mut­ter Maria schmiegt, und sie erscheint sehr innig. Das Gna­den­bild ist ähn­lich der Maria­hilf-Dar­stel­lung in Pas­sau, bzw. des­sen Urbild von Lukas Cra­nach. Das Halb­dun­kel in der Kapel­le schafft eine ange­neh­me Atmo­sphä­re. Rund 1300 Votiv­bil­der aus vier Jahr­hun­der­ten zie­ren die Kapel­le innen und außen – und bele­gen gewirk­te Wun­der; außer­dem, dass Men­schen hier ger­ne ihren Glau­ben leben und sich hei­misch fühlen.

Die Holz­ka­pel­le mit dem Gna­den­bild wie­der­um befin­det sich im Chor­raum der Wall­fahrts­kir­che – ein eben­so unge­wöhn­li­cher wie ori­gi­nel­ler Auf­bau, der mit dafür gesorgt haben dürf­te, dass die Kapel­le über die Jahr­hun­der­te hin­weg so gut erhal­ten geblie­ben ist.

Ver­mut­lich bereits Ende des 13. Jahr­hun­derts, urkund­lich gesi­chert vor 1521, stand an die­ser Stel­le ein Mari­en­hei­lig­tum bei einem ad sanc­tam Mari­am“ genann­ten Ein­öd­hof. Daher auch der Name des Ortes: aus Sanc­ta Maria“ wur­de das volks­tüm­li­che Sankt Marei“ und schließ­lich der Name Samma­rei“.

Impressionen

Blick auf die Wallfahrtskirche in Sammarei.

Die Wall­fahrt wie­der­um ent­stand, als im Jahr 1619 der Hof abbrann­te, die Holz­ka­pel­le aber ver­schont blieb und ein neben ihr ver­seng­ter Apfel­quit­ten­baum wie durch ein Wun­der wie­der Früch­te trug – aller­dings nur an dem der Kapel­le am nächs­ten hän­gen­den Ast. Der baye­ri­schen Kur­fürs­tin Eli­sa­beth jeden­falls schmeck­ten die­se Früch­te so gut, dass sie sich bei ihrem Gemahl Maxi­mi­li­an für den Bau einer Wall­fahrts­kir­che einsetzte.

Die 1631 geweih­te Wall­fahrts­kir­che wie­der­um dürf­te nicht zuletzt Kunst­lieb­ha­ber beein­dru­cken. Ein impo­san­tes, fünf­tei­li­ges, von Jakob Bendl geschaf­fe­nes Altar­werk tren­nen den offe­nen und hel­len Kir­chen­raum und den Chor­raum mit der Kapel­le. Beein­dru­ckend am Altar sind u.a. die bei­den Rei­ter­fi­gu­ren St. Georg und St. Mar­tin; sie gel­ten als Meis­ter­stück früh­ba­ro­cker Kunst. Außer­dem fünf Figu­ren­grup­pen, die in die Geheim­nis­se des freu­den­rei­chen Rosen­kran­zes ein­wei­hen; dar­un­ter gilt die Krip­pen­dar­stel­lung als beson­ders wertvoll.

Wo ist der „g‘schlamperte Engel“?

Auch für Neu­gie­ri­ge, die lie­ber suchen statt stau­nen, hält der Altar eine Über­ra­schung parat. Hier ver­steckt sich näm­lich der sog. g‘schlamperte Engel“; schlam­pig des­halb, weil die­ser an einem Fuß einen Strumpf, am ande­ren einen Schuh trägt und außer­dem mit Mai­kä­fer­flü­gel her­um­fliegt; frech ist er außer­dem: in der einen Hand hält er einen Trink­be­cher, mit der ande­ren zeigt er den Besu­chern einen Vogel“. Einen Schutz­en­gel der G’schlamperten“ (aufzu)suchen, wird viel­leicht gera­de den ein oder ande­ren jugend­li­chen Wall­fah­rer freu­en und kann bestimmt nicht schaden …

Text: Micha­el Glaß, Fotos: Wall­fahrts­land Samma­rei 5, Wer­ner Frie­den­ber­ger 1

Tipps & Infos

Wall­fahr­ten kön­nen beim Katho­li­schen Pfarr­amt Samma­rei ange­mel­det wer­den: Samma­rei 44, 94496 Orten­burg, Tel. 08542 / 653, E‑Mail: pfarramt.​sammarei@​bistum-​passau.​de. Zudem fin­den Sie auf der gera­de erst neu gestal­te­ten Web­site das Wall­fahrts­pro­gramm und reich­lich aktu­el­le und wei­te­re Informationen:

„Vereint in Maria“ – Passauer Jugendwallfahrt 2021

Getrennt unter­wegs – aber ver­eint in Maria“ lau­tet heu­er das Mot­to der Pas­sau­er Jugend­fuß­wall­fahrt. Coro­na-bedingt kön­nen auch heu­er lei­der nicht über 6.000 Pil­ger gemein­sam nach Alt­öt­ting gehen. Statt­des­sen haben sich die Ver­ant­wort­li­chen Alter­na­ti­ven über­legt: die Teil­neh­mer kön­nen ja – je nach Coro­na-Lage – in klei­ne­ren Pfarrei‑, Kommunion‑, Firm‑, Jugend­ver­bands­grup­pen oder auch im Pri­vat­ver­bund ins Herz Bay­erns“ auf­bre­chen – oder einen der vie­len ande­ren klei­nen Wall­fahrts­or­te im Bis­tum Pas­sau ansteu­ern. Vor­ge­se­hen ist die­ses Mal ein län­ge­rer Wall­fahrts­zeit­raum: Start ist am Palm­sonn­tag, 28. März 2021, Ende am Jugend­be­kennt­nis­sonn­tag, 21. Novem­ber 2021. Als klei­nen Anhalts­punkt für die jugend­li­chen und jung geblie­be­nen Wall­fah­rer – und als Tipp für unse­re Leser – wol­len wir nun in einer Serie eini­ge der über 100 Wall­fahrts­or­te im Bis­tum Pas­sau vorstellen.