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Wallfahrten

Marienberg: „Perle des Salzachtales“ – Serie Wallfahrtsorte Teil X

Michael Glaß am 07.06.2021

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Blick in die Wallfahrtskirche Marienberg.

Die Passauer Jugendfußwallfahrt nimmt heuer nicht nur Altötting, sondern viele Wallfahrtsziele im Bistum Passau in den Blick (siehe unten). Im zehnten Teil unserer Serie: die Wallfahrtskirche Marienberg bei Burghausen – eine der schönsten Rokokokirchen Bayerns in herrlicher Lage.

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Beeindruckende Rokokokirche: die Wallfahrtskirche Marienberg.

Dabei wäre die Per­le des Salz­ach­ta­les“ genann­te Kir­che bei­na­he der Säku­la­ri­sa­ti­on zum Opfer gefal­len. Es waren ein­zel­ne Bau­ern, die ver­hin­der­ten, dass die Anord­nung zum Abbruch oder zur Ver­stei­ge­rung der Kir­che aus dem Jahr 1806 nicht umge­setzt wur­de. Sie nah­men dafür sogar Arrest und Arbeits­haus in Kauf. Schließ­lich war sogar der baye­ri­sche König Maxi­mi­li­an I. über­zeugt, dass die Kir­che sowohl ihres schö­nen Stils, als der erha­be­nen Lage wegen“ (Bescheid vom 29. August 1811) erhal­ten blei­ben solle.

Eine klu­ge Ent­schei­dung, wird sich heu­te bestimmt jeder Wall­fah­rer den­ken, der – zum Bei­spiel: auf den Spu­ren des eme­ri­tier­ten Paps­tes auf dem Bene­dikt­weg“ etwa auf der Etap­pe von Alt­öt­ting über Marktl nach Burg­hau­sen wan­dert und einen Abste­cher zur Klos­ter­kir­che Rai­ten­has­lach macht. Auf hal­ben Wege erhebt sich auf einem Hügel Mari­en­berg. Nicht nur die Aus­sicht auf das Salz­ach­tal und an kla­ren Tagen bis hin­ein ins Inn­vier­tel ist beein­dru­ckend. Auch die Kir­che selbst. Schon der baro­cke Zen­tral­bau über qua­dra­ti­schem Grund­riss ist unge­wöhn­lich; im Inne­ren der Kir­che zeigt sich, dass der Bau­meis­ter Franz Alo­is Mayr, der Fres­ken­ma­ler Johann Mar­tin Heigl und die Bild­hau­er Johann Georg Lindt sowie Johann Georg Kap­fer nicht nur die Augen der Betrach­ter erfreu­en woll­ten, son­dern ein kla­res theo­lo­gi­sches Kon­zept verfolgten.

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Wallfahrtskirche Marienberg: Deckengemälde.

Bereits der Auf­stieg über die fürst­li­che Trep­pen­an­la­ge kon­fron­tiert Besu­cher mit dem zen­tra­len The­ma der Kir­che: die ers­ten drei Stu­fen ver­sinn­bild­li­chen Glau­be, Hoff­nung und Lie­be, die fol­gen­den 50 das Rosen­kranz­ge­bet. Im Zen­trum der Kir­che zeigt das früh­ba­ro­cke Gna­den­bild (17. Jh.) Maria als Him­mels­kö­ni­gin mit Szep­ter in der rech­ten Hand und dem Jesus­kind, das einen Rosen­kranz hält, auf dem lin­ken Arm. Maria steht auf einer Mond­si­chel über einer Welt­ku­gel, die mit Dor­nen­kranz und fünf Rosen­blü­ten ver­ziert ist. Auch alle Fres­ken im Inne­ren neh­men Bezug auf die Mut­ter­got­tes und den Rosen­kranz. So sind etwa in den Ton­nen­ge­wöl­ben die fünf Ereig­nis­se des Freu­den­rei­chen Rosen­kran­zes dar­ge­stellt. Beein­dru­ckend und aben­teu­er­lich zugleich ist das Decken­fres­ko in der Kup­pel: hier sticht das Heils“-Schiff der Erz­bru­der­schaft des Rosen­kran­zes in See – in Beglei­tung von Engeln und unter den Augen von Gott­va­ter, Hei­li­gem Geist, Jesus und Mut­ter Maria sowie eini­gen Hei­li­gen. Zum Hin­ter­grund: es war die 1627 von Domi­ni­ka­nern ein­ge­führ­te Rosen­kranz­bru­der­schaft, die vie­le Jahr­zehn­te die Wall­fahrt präg­te und in der Regi­on um Mari­en­berg das Glau­bens­le­ben stark beeinflusste.

Wallfahrtskirche Marienberg – Impressionen I

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Blick auf die Wallfahrtskirche Marienberg.
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Blick in die Wallfahrtskirche Marienberg.
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Wallfahrtskirche Marienberg: Votivtafel.
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Wallfahrtskirche Marienberg, Seitenaltar: heilige Anna Selbdritt.
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Wallfahrtskirche Marienberg, Seitenaltar: Bernhard von Clairvaux.
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Wallfahrtskirche Marienberg, Johannes-Altar: Taufe Christi.
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Wallfahrtskirche Marienberg, Kreuzaltar: Beweinung Christi.
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Wallfahrtskirche Marienberg: Gnadenbild.

Die Wall­fahrt nach Mari­en­berg ist sogar noch viel älter. Erst­mals wur­de 1143 eine capel­la“ zu Mari­en­berg erwähnt, im Zusam­men­hang mit der Ver­le­gung des in Schüt­zing an der Alz gegrün­de­ten Zis­ter­zi­en­ser­klos­ters nach Rai­ten­has­lach. Einer Legen­de zufol­ge soll die Mut­ter­got­tes im 12. Jahr­hun­dert dem dama­li­gen Abt auf dem Weg nach Mari­en­berg einen Blu­men­strauß über­reicht und ihn vor Mör­dern gewarnt haben. 1244 ist die Wei­he einer um- oder neu­erbau­ten, 1398 die einer ver­grö­ßer­ten Kir­che über­lie­fert – bei­des Indi­zi­en für eine flo­rie­ren­de Wall­fahrt. Im Rah­men der katho­li­schen Erneue­rungs­be­we­gung wäh­rend der Refor­ma­ti­on för­der­te vor allem die bereits erwähn­te Rosen­kranz­bru­der­schaft Wall­fahrt und Mari­en­ver­eh­rung. Ein wach­sen­der Zustrom von Gläu­bi­gen aus dem baye­ri­schen und salz­bur­gi­schen Umland führ­te schließ­lich zu dem noch heu­te bestehen­den Neu­bau der Kir­che unter Abt Ema­nu­el II. Mayr in den Jah­ren 1760 – 1764. Dank des Ein­sat­zes ein­zel­ner Bau­ern steht die Per­le des Salz­ach­ta­les“ noch heute.

Text: Micha­el Glaß

Wallfahrtskirche Marienberg – Impressionen II

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Wallfahrtskirche Marienberg, Deckengemälde.
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Wallfahrtskirche Marienberg, Darstellung der Anbetung de Hirten.
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Wallfahrtskirche Marienberg, Kerzen vor Votivbildern.

Tipps & Infos

Mehr Infor­ma­tio­nen sind beim Pfarr­ver­band Burg­hau­sen, bzw. in der dor­ti­gen Pfar­rei Rai­ten­has­lach (E‑Mail: pfarramt.​raitenhaslach@​bistum-​passau.​de) erhält­lich. Die Öff­nungs­zei­ten sind tgl. von ca. 9- 17 Uhr. Immer am 13. des Monats fin­det in der Wall­fahrts­kir­che eine Monats­wall­fahrt statt.

„Vereint in Maria“ – Passauer Jugendwallfahrt 2021

Getrennt unter­wegs – aber ver­eint in Maria“ lau­tet heu­er das Mot­to der Pas­sau­er Jugend­fuß­wall­fahrt. Coro­­­­­­­na-bedingt kön­nen auch heu­er lei­der nicht über 6.000 Pil­ger gemein­sam nach Alt­öt­ting gehen. Statt­des­sen haben sich die Ver­ant­wort­li­chen Alter­na­ti­ven über­legt: die Teil­neh­mer kön­nen ja – je nach Coro­­­­­­­na-Lage – in klei­ne­ren Pfarrei‑, Kommunion‑, Firm‑, Jugend­ver­bands­grup­pen oder auch im Pri­vat­ver­bund ins​„Herz Bay­erns“ auf­bre­chen – oder einen der vie­len ande­ren klei­nen Wall­fahrts­or­te im Bis­tum Pas­sau ansteu­ern. Vor­ge­se­hen ist die­ses Mal ein län­ge­rer Wall­fahrts­zeit­raum: Start ist am Palm­sonn­tag, 28. März 2021, Ende am Jugend­be­kennt­nis­sonn­tag, 21. Novem­ber 2021. Als klei­nen Anhalts­punkt für die jugend­li­chen und jung geblie­be­nen Wall­fah­rer – und als Tipp für unse­re Leser – wol­len wir nun in einer Serie eini­ge der über 100 Wall­fahrts­or­te im Bis­tum Pas­sau vorstellen.