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Daheim bei Maria – und noch mehr – Serie Wallfahrtsorte Teil IV

Michael Glaß am 13.04.2021

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Blick in die Loretokapelle in Thyrnau.

Die Passauer Jugendfußwallfahrt nimmt heuer nicht nur Altötting, sondern viele Wallfahrtsziele im Bistum Passau in den Blick (siehe unten). Im vierten Teil unserer Serie: die Loretokapelle in Thyrnau. Für Pilger gibt es in der niederbayerischen Gemeinde sogar noch mehr zu entdecken.

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Blick auf die Loretokapelle in Thyrnau.

Wer her­aus­fin­den möch­te, wie die Got­tes­mut­ter Maria so gelebt hat, der pil­gert am bes­ten bis in die Mar­ken zur San­ta Casa („Hei­li­ges Haus“) inner­halb der Basi­li­ka des berühm­ten ita­lie­ni­schen Wall­fahrts­or­tes Lore­to. Das Haus der Hei­li­gen Fami­lie von Naza­reth war der Legen­de nach im 13. Jahr­hun­dert von Engeln an die adria­ti­sche Küs­te gebracht wor­den, zuletzt an einen Lor­beer­wald (Lore­to) in der ita­lie­ni­schen Pro­vinz Anco­na. Für Jugend­wall­fah­rer aus dem Bis­tum Pas­sau ist dies frei­lich nicht der nächs­te Weg und so trifft es sich ganz gut, dass es in Deutsch­land zahl­rei­che ori­gi­nal­ge­treue Nach­bau­ten des Hei­li­gen Hau­ses gibt; etwa jene Kapel­le in Thyr­nau in der beschau­li­chen Regi­on Donau-Wald auf den süd­lichs­ten Aus­läu­fern des Baye­ri­schen Waldes.

Lore­to­ka­pel­len ent­stan­den vor allem in der Zeit der Gegen­re­for­ma­ti­on; jene in Thyr­nau wäh­rend des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges – der Hof­mark­s­herr Urban Schätzl erbau­te 1622 eine Mari­en­ka­pel­le; Fürst­bi­schof Johann Phil­ipp Graf von Lam­berg erneu­er­te die­se 1699 und beach­te­te bei der Umge­stal­tung sehr genau das ita­lie­ni­sche Vor­bild. Zahl­rei­che Wall­fah­rer dank­ten es ihm: zumin­dest in den ers­ten Jahr­zehn­ten dürf­ten vie­le Pil­ger gekom­men sein, denn mit dem Ver­mö­gen aus deren Opfer­stock­geld wur­de der Bau von Pfarr­kir­che und Pfarr­hof zwi­schen 1765 und 1769 finanziert.

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Blick in die Loretokapelle in Thyrnau.

Die Leu­te zu jener Zeit dürf­te allein schon die Fas­sa­den­ma­le­rei mit süd­län­di­schen Säu­len, Balus­tra­den sowie Sybil­len und Pro­phe­ten beein­druckt haben. Nach wie vor erfreut das Inne­re der Kapel­le mit den Zie­gel­wän­den, den Mau­er­sprün­gen, dem Ster­nen­him­mel an der Decke und den früh­go­ti­schen Fres­ko­res­ten das Auge des Betrach­ters. Im Mit­tel­punkt, in einer Nische über dem Altar: eine Lore­to-Madon­na mit Jesus­kind, dun­kel­far­big und mit Edel­me­tall­kro­nen auf dem Haupt.

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Loretokapelle in Thyrnau: Freskorest in der Kapelle.
2021 04 13 aoelfb thyrnau madonna info-icon-20px Foto: Dionys Asenkerschbaumer
Die „Thyrnauerin“ ist ist in der Bayerischen Kunstgeschichte der Name für die überregional bedeutende Steinmadonna in der Pfarrkirche Thyrnau, geschaffen um 1480 von der Werkstatt Martin Kriechbaum in Passau.

Die­se Mari­en­dar­stel­lung ist nicht die ein­zi­ge in Thyr­nau: Im Erd­ge­schoss des an die Lore­to­ka­pel­le im Jahr 1893/94 ange­bau­ten Tur­mes – das neu­ba­ro­cke Bau­werk ist mitt­ler­wei­le ein Wahr­zei­chen des Ortes – befin­det sich eine Kapel­le mit einer Lour­des-Madon­na. Gleich neben­an eine über­re­gio­nal bekann­te Beson­der­heit: die Pfarr­kir­che St. Franz Xaver beher­bergt eine beson­ders kunst­vol­le Stein­ma­don­na, die sog. Thyr­naue­rin“ (sie­he Bild rechts).

Noch eine wei­te­re Kir­che steht am öst­li­chen Orts­rand von Thyr­nau: das um 1400 ent­stan­de­ne und dem Was­ser- und Brü­cken­hei­li­gen Chris­to­pho­rus geweih­te Got­tes­haus war frü­her Ziel vie­ler Wall­fah­rer. Einer Sage nach geht es auf einen Rit­ter zurück, der den Bau einer Kapel­le gelob­te, wenn er unver­sehrt aus dem Morast ent­kom­me. Ein sol­ches Miss­ge­schick dürf­te Wall­fah­rern heu­te hof­fent­lich erspart blei­ben – ein Besuch in Thyr­nau kann ja trotz­dem nicht schaden …

Text: Micha­el Glaß, Fotos: Dio­nys Asenkerschbaumer

Tipps & Infos

Die Lore­to­ka­pel­le ist täg­lich von 8 bis 18 Uhr geöff­net. Mehr Infos unter:

„Vereint in Maria“ – Passauer Jugendwallfahrt 2021

Getrennt unter­wegs – aber ver­eint in Maria“ lau­tet heu­er das Mot­to der Pas­sau­er Jugend­fuß­wall­fahrt. Coro­na-bedingt kön­nen auch heu­er lei­der nicht über 6.000 Pil­ger gemein­sam nach Alt­öt­ting gehen. Statt­des­sen haben sich die Ver­ant­wort­li­chen Alter­na­ti­ven über­legt: die Teil­neh­mer kön­nen ja – je nach Coro­na-Lage – in klei­ne­ren Pfarrei‑, Kommunion‑, Firm‑, Jugend­ver­bands­grup­pen oder auch im Pri­vat­ver­bund ins Herz Bay­erns“ auf­bre­chen – oder einen der vie­len ande­ren klei­nen Wall­fahrts­or­te im Bis­tum Pas­sau ansteu­ern. Vor­ge­se­hen ist die­ses Mal ein län­ge­rer Wall­fahrts­zeit­raum: Start ist am Palm­sonn­tag, 28. März 2021, Ende am Jugend­be­kennt­nis­sonn­tag, 21. Novem­ber 2021. Als klei­nen Anhalts­punkt für die jugend­li­chen und jung geblie­be­nen Wall­fah­rer – und als Tipp für unse­re Leser – wol­len wir nun in einer Serie eini­ge der über 100 Wall­fahrts­or­te im Bis­tum Pas­sau vorstellen.