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Bergkirche mit Herz – Serie Wallfahrtsorte Teil III

Michael Glaß am 01.04.2021

2021 04 01 aoelfb bergkirche zwiesel altarraum info-icon-20px Foto: Peter Kreutzer
Bergkirche in Zwiesel: Blick auf den Altarraum mit dem Gnadenbild und Votivtafeln an der Seite.

Die Passauer Jugendfußwallfahrt nimmt heuer nicht nur Altötting, sondern viele Wallfahrtsziele im Bistum Passau in den Blick. Im dritten Teil unserer Serie: die Bergkirche in Zwiesel – eine beliebte Hochzeitskirche mit langer Wallfahrtstradition und bildgewaltigen Fresken.


2021 04 01 aoelfb bergkirche zwiesel gnadenbild info-icon-20px Foto: Pfarrer Hans Heindl
Bergkirche in Zwiesel, Gnadenbild.

Mit Zwie­sel ver­bin­den die meis­ten ver­mut­lich eher Tou­ris­mus als Wall­fahrt. Doch in der Stadt im Baye­ri­schen Wald am Fuß der Wald­ber­ge Gro­ßer Arber und Gro­ßer Fal­ken­stein steht auch eine Kir­che mit lan­ger Wallfahrtstradition.

Die Stadt­pfarr­kir­che ist der Stolz, die Berg­kir­che aber das Herz der Zwie­se­ler“, heißt es auf der Web­site des Pfarr­ver­bands. Das liegt sicher auch dar­an, dass sich in der beein­dru­cken­den Roko­ko­kir­che zwei Her­zen ger­ne das Ja-Wort“ für die Ewig­keit geben. Ein Ehe­paar stand übri­gens auch ganz am Anfang der Geschich­te – Franz Casi­mir und Anna Branndt stell­ten hier 1673 eine Mari­en­sta­tue auf und bau­ten 1682 eine ers­te Kapel­le, die 1767 zu einer Kir­che ver­grö­ßert wur­de. Dass die Kir­che Her­zen berührt, liegt vor allem aber an ihrem Zen­trum – am Gna­den­bild, das eine von Rosen umkränz­te Him­mels­kö­ni­gin“ Maria mit ihrem Kind zeigt, bzw. die Got­tes­mut­ter als güti­ge Landesmutter.

Wie Maria zu die­sen Ehren kam, lässt sich sehr gut anhand der Fres­ken stu­die­ren – sie lie­fern eine theo­lo­gi­sche Betrach­tung, die vor allem auch das Auge erfreut.

Die von Franz Anton Rau­scher (17311777) – er gilt als der“ Maler des Baye­ri­schen Wal­des in der Barock­zeit – gestal­te­ten Wand­ma­le­rei­en zei­gen Mariä Geburt, Emp­fäng­nis und Him­mel­fahrt, außer­dem die Got­tes­mut­ter als Zuflucht der Sün­der“, Heil der Kran­ken“, Trös­te­rin der Bedräng­ten“ und Hil­fe der Chris­ten“. Wer sich fragt, wie­so sich Wall­fah­rer mit ihren Anlie­gen und Sor­gen aus­ge­rech­net an Maria wen­den – hier kann er es erfahren.

2021 04 01 aoelfb bergkirche zwiesel fresko info-icon-20px Foto: Peter Kreutzer
Bergkirche in Zwiesel: Das Fresko zeigt die heilige Dreifaltigkeit und Engel, die ein Marienbild halten – auf diese Art wird das Hauptthema der Fresken, die Marienverehrung, zurückgebunden an die Gottesverehrung.

Dass die Wall­fahrt zur Berg­kir­che in Zwie­sel eine lan­ge Tra­di­ti­on hat, davon zeu­gen Votiv­ta­feln, die u.a. auch im Chor­raum zu sehen sind. Ganz bewusst bemüht sich der Ort dar­um, die­se Tra­di­ti­on am Leben zu erhal­ten und immer wie­der zu erneu­ern. Bekann­tes­tes Bei­spiel hier­für ist die gro­ße Berg­kir­chen-Wall­fahrt vom 8. bis 15. Sep­tem­ber. In die­sem Rah­men kön­nen Pil­ger nach Beich­te und Kom­mu­ni­on sogar einen Ablass erhal­ten – Papst Pius IX. hat­te dies am 30. Juli 1867 gewährt.

Auf­fal­lend sind außer­dem die bei­den Sei­ten­al­tä­re der Kir­che – sie zei­gen mit dem hl. Wen­de­lin von Tho­ley und der hei­li­gen Thek­la von Iko­ni­um den Patron der Bau­ern und des Viehs sowie die Patro­nin für die Gene­sung von Mensch und Tier. Das passt sehr gut in die sehr länd­lich gepräg­te Umge­bung und in eine Stadt, die ein staat­lich aner­kann­ter Luft­kur­ort ist. Die hei­li­ge Thek­la wie­der­um ist auch Patro­nin gegen Feu­er­ge­fah­ren und gilt offen­bar in die­sem Zusam­men­hang auch als Für­spre­che­rin der Glas­ma­cher. Auch das passt: für die Pro­duk­ti­on und Ver­ede­lung von feins­tem Glas genießt Zwie­sel schon seit Jahr­hun­der­ten hohes Ansehen.

2021 04 01 aoelfb bergkirche zwiesel orgelempore info-icon-20px Foto: Peter Kreutzer
Bergkirche in Zwiesel, Blick auf die Orgelempore.

Wer nach einer Wall­fahrt noch Zeit und Kraft hat für Kunst und Kul­tur: nicht nur Kunst­wer­ke wie etwa die höchs­te Kris­tall­glas-Pyra­mi­de der Welt und Glas­mu­se­en las­sen sich hier bestau­nen; außer­dem Unter­ir­di­sche Gän­ge“, ein Wald­mu­se­um und eine Dampfbierbrauerei.

Text: Micha­el Glaß

Tipps & Infos

Die Berg­kir­che ist von Mai bis Okto­ber tags­über geöff­net (aber es gibt eine Gitterabsperrung).

„Vereint in Maria“ – Passauer Jugendwallfahrt 2021

Getrennt unter­wegs – aber ver­eint in Maria“ lau­tet heu­er das Mot­to der Pas­sau­er Jugend­fuß­wall­fahrt. Coro­­na-bedingt kön­nen auch heu­er lei­der nicht über 6.000 Pil­ger gemein­sam nach Alt­öt­ting gehen. Statt­des­sen haben sich die Ver­ant­wort­li­chen Alter­na­ti­ven über­legt: die Teil­neh­mer kön­nen ja in klei­ne­ren Pfarrei‑, Kommunion‑, Firm‑, Jugend­ver­bands­grup­pen oder auch im Pri­vat­ver­bund ins​„Herz Bay­erns“ auf­bre­chen – oder einen der vie­len ande­ren klei­nen Wall­fahrts­or­te im Bis­tum Pas­sau ansteu­ern. Vor­ge­se­hen ist die­ses Mal ein län­ge­rer Wall­fahrts­zeit­raum: Start ist am Palm­sonn­tag, 28. März 2021, Ende am Jugend­be­kennt­nis­sonn­tag, 21. Novem­ber 2021. Als klei­nen Anhalts­punkt für die jugend­li­chen und jung geblie­be­nen Wall­fah­rer – und als Tipp für unse­re Leser – wol­len wir nun in einer Serie eini­ge der über 100 Wall­fahrts­or­te im Bis­tum Pas­sau vorstellen.