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Wallfahrten

Altötting: Schatzkammer öffnet ab 17. Juli wieder ihre Pforten

Michael Glaß am 06.07.2021

2021 07 06 aoelfb schatzkammer altoetting goldenes roessl1 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
„Haus Papst Benedikt XVI. – Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum“, kostbares Kleinod: Das „Goldene Rössl“.

Seit mehr als eineinhalb Jahren war das weltbekannte „Goldene Rössl“ für die Öffentlichkeit nicht mehr zu sehen, doch nach einer „Corona-Zwangspause“ können Besucherinnen und Besucher das kostbare Marienaltärchen aus Gold und Emaille endlich wieder bestaunen. Ab dem 17. Juli öffnet das „Haus Papst Benedikt XVI. – Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum“ wieder seine Pforten.

Zu ent­de­cken gibt es im Haus Papst Bene­dikt XVI.“ frei­lich weit mehr als Schät­ze aus Gold und Sil­ber, näm­lich vie­le Expo­na­te mit ideel­lem Wert, die eine über 500-jäh­ri­ge Wall­fahrts­ge­schich­te und ‑kul­tur bezeugen.

2021 07 06 aoelfb schatzkammer altoetting vor wiedereroeffnung juli 2021 info-icon-20px Foto: Michael Glaß
Vorbereitet: Franz Auer und Alois Burggraf (v..r.) stellen Anfang Juli 2021 das Schild vor dem „Haus Papst Benedikt XVI. – Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum“ auf. Fahnen mit neuem Design kommen bald hinzu, informieren Wallfahrtssekretärin Luise Hell und Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl.

Wir freu­en uns sehr, wenn wie­der Besu­cher kom­men“, sagt Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Klaus Metzl im Pres­se­ge­spräch. Nicht nur, um sel­te­ne und beson­ders kost­ba­re Expo­na­te zu prä­sen­tie­ren. Metzl kommt es vor allem auf den reli­giö­sen und spi­ri­tu­el­len Aspekt des Muse­ums an: Zum Ver­ständ­nis der Wall­fahrt sei ein Blick auf die Wall­fahrts-Geschich­te und ‑Kul­tur enorm wich­tig, erklärt er und ver­weist auf die vie­len Votiv­ga­ben; teils Jahr­hun­der­te alte Gaben, die Dank­bar­keit zei­gen, weil Men­schen auf Für­spra­che der Mut­ter­got­tes gehol­fen wurde“.

2021 07 06 aoelfb schatzkammer altoetting goldenes roessl2 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
„Haus Papst Benedikt XVI. – Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum“, kostbares Kleinod: Das „Goldene Rössl“.

Vie­le wei­te­re sehr kost­ba­re Pre­zio­sen kom­men dann qua­si als Beloh­nung oben­drauf. Das Gol­de­ne Rössl“ etwa zäh­len Exper­ten zu den kost­bars­ten Kunst­schät­zen Euro­pas, welt­weit gar als das kost­bars­te Exem­plar der Gold­schmie­de- und Email­le­kunst“, infor­miert die Web­site zum Haus Papst Bene­dikt XVI.“. Zum Bestand zäh­len neben lit­ur­gi­schen Gewän­dern und Gerä­ten unter ande­rem rund 2000 Rosen­krän­ze, 1200 Schmuck­stü­cke, 1600 Mün­zen und Wall­fahrts­ab­zei­chen.“ Als beson­ders wert­voll gilt außer­dem das sog. Füll-Kreuz“, ein 185cm hohes Steh­kreuz aus Eben­holz; dar­über hin­aus der Braut­kranz der öster­rei­chi­schen Kai­se­rin Eli­sa­beth Sisi“.

Prä­lat Metzl hofft vor allem auch, dass sich Alt­öt­ting-Besu­che­rin­nen und Besu­cher in Zukunft für das Muse­um mehr Zeit neh­men. Dass die­se Hoff­nung berech­tigt ist, zeigt ein Trend zum Indi­vi­du­al­pil­gern, der zwar schon län­ger exis­tiert, aber durch die Coro­na-Pan­de­mie ver­stärkt wur­de, wie Ulri­ke Kir­nich auf Nach­fra­ge bestä­tigt. Die Lei­te­rin des Alt­öt­tin­ger Tou­ris­mus- und Wall­fahrts­bü­ros beob­ach­tet ähn­lich wie Prä­lat Metzl, dass mehr Wall­fah­rer mit dem Rad oder dem Auto, ein­zeln oder mit der Fami­lie, kom­men. Die­se blie­ben in der Regel län­ger am Ort als Teil­neh­mer gro­ßer Fuß-Wall­fahr­ten, die nach tage­lan­gem Marsch oft zu erschöpft sind für einen Muse­ums­be­such. Prä­lat Metzl erzählt eine Anek­do­te vom Regens­bur­ger Pil­ger­lei­ter Bern­hard Mei­ler: vie­le Teil­neh­mer hät­ten die­sem berich­tet, wie sehr sie den Aus­fall der gro­ßen Fuß-Wall­fahrt bedau­er­ten, dann aber eine eige­ne Wall­fahrt unter­nah­men – die­ses Mal mit all den Kin­dern sowie Oma und Opa, die sonst nicht mit­kom­men. Mei­ler habe dar­auf­hin fest­ge­stellt: Von unse­ren 7000 Regens­bur­ger Fuß­wall­fah­rern waren heu­er schon 12.000 da!“

„Haus Papst Benedikt XVI. – Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum“ – Impressionen

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„Haus Papst Benedikt XVI. – Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum“: Blick ins Museum.
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„Haus Papst Benedikt XVI. – Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum“: verschiedene Votivgaben, darunter auch Naturalien, die bis ins 18. Jahrhundert hinein üblich waren.
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„Haus Papst Benedikt XVI. – Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum“: Votivbilder.
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„Haus Papst Benedikt XVI. – Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum“: Tafelgemälde aus dem 16./17. Jahrhundert mit einer Darstellung einer Prozession auf dem Kapellplatz.
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„Haus Papst Benedikt XVI. – Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum“: Münztruhe, 18. Jahrhundert.
2021 07 06 aoelfb schatzkammer altoetting heiligendarstellungen
„Haus Papst Benedikt XVI. – Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum“: Volkstümliche Heiligendarstellungen.
2021 07 06 aoelfb schatzkammer altoetting erlaeuterungen
„Haus Papst Benedikt XVI. – Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum“: Erläuterungen zu Gnadenbildern, Abbildern und Reliquien.
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„Haus Papst Benedikt XVI. – Neue Schatzkammer und Wallfahrtsmuseum“: Brautkranz der Kaiserin Elisabeth von Österreich, 1854.

Frei­lich muss das eine das ande­re nicht aus­schlie­ßen, das Indi­vi­du­al- und das Gemein­schafts­pil­gern kön­nen sehr gut neben­ein­an­der statt­fin­den. Als all­ge­mei­nes posi­ti­ves Zei­chen wer­tet Wall­fahrts­rek­tor Metzl die Nach­fra­ge nach Ker­zen – die­se sei näm­lich trotz Coro­na rela­tiv kon­stant geblie­ben. Das zeigt: Die Men­schen kom­men mit einem reli­giö­sen Anlie­gen nach Alt­öt­ting und wol­len dafür eine Ker­ze ent­zün­den.“ Das zeigt außer­dem, dass die Alt­öt­tin­ger Wall­fahrts­kul­tur längst noch nicht reif fürs Muse­um“ ist. Ein Aus­flug in das Muse­um, der die eige­ne Wall­fahrt in die tra­di­ti­ons­rei­che Kul­tur von über 500 Jah­ren ein­bet­tet, kann jedoch trotz­dem nicht schaden.

Text: Micha­el Glaß

Tipps & Infos

Haus Papst Bene­dikt XVI. – Neue Schatz­kam­mer und Wall­fahrts­mu­se­um“, Öff­nungs­zei­ten ab dem 17. Juli: Mo-So, 10 – 12 Uhr und 13 – 16 Uhr; der Ein­tritt ist frei; eine Anmel­dung für einen Besuch ist nicht nötig; Grup­pen-Füh­run­gen kos­ten 35 Euro. Ein­zu­hal­ten ist das Coro­na-Sicher­heits­kon­zept mit Mund-Nasen-Schutz und Mindestabstand.