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Der Gnadenmutter „Grüß Gott“ gesagt – Pfingstwallfahrt 2020 trotz Corona

Michael Glaß am 04.06.2020

2020 06 04 aoelfb wallfahrt pfingsten1 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Wallfahrerinnen am Pfingstmontag auf dem Weg zur Gnadenkapelle.

Viele Gläubige setzten durch ihre Wallfahrt zum Gnadenort nach Altötting ein hoffnungsfrohes Glaubenszeichen. Trotz Coronakrise und abgesagter Fußwallfahrten hatten viele Einzelpilger und Familien den Weg ins „Herz Bayerns“ gefunden.

Der Frei­sin­ger Pil­ger­lei­ter Josef Zehet­mai­er beschrieb den Grund sei­ner Wall­fahrt auf humor­vol­le­re Art und sprach damit wohl vie­len ande­ren Wall­fah­rern aus der See­le: Pfings­ten ohne Alt­öt­ting ist wie ein Bier­gar­ten ohne Bier.“

Lan­ge war am Pfingst­wo­chen­en­de in Alt­öt­ting die Schlan­ge der War­ten­den am Nach­mit­tag vor der Gna­den­ka­pel­le. Alle Wall­fah­rer, zu Fuß unter­wegs oder mit dem Fahr­rad, dem Auto oder der Bahn – woll­ten, wenn auch nur für einen kur­zen Augen­blick, der Gna­den­mut­ter per­sön­lich Grüß Gott“ sagen und vor dem abge­sperr­ten Okto­gon bei einem stil­len Gebet kurz verweilen.

Pilger kamen mit Mundschutz und hielten den notwendigen Sicherheitsabstand ein

2020 06 04 aoelfb wallfahrt pfingsten2 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Wallfahrer zu Pfingsten vor der Kopie des Altöttinger Gnadenbildes in der St. Anna-Basilika.

Für das extra bestell­te Auf­sichts­per­so­nal zur Pil­ger­kon­trol­le gab es kei­ner­lei Anlass zu Bean­stan­dun­gen: Die Pil­ger kamen mit Mund­schutz und hiel­ten den not­wen­di­gen Sicher­heits­ab­stand ein. Die Angst der Wall­fahrts­ver­ant­wort­li­chen, dass es am Pfingst­wo­chen­en­de trotz der stren­gen Maß­re­geln zu einem Pil­ger-Cha­os am Kapell­platz und ins­be­son­de­re vor der am Nach­mit­tag geöff­ne­ten Gna­den­ka­pel­le kom­men könn­te, war jeden­falls völ­lig unbe­grün­det. Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Gün­ther Man­dl zeig­te sich ange­sichts des Pil­ger­ver­hal­tens zufrie­den – wenn auch nicht glück­lich über die schwie­ri­ge Situa­ti­on. Um allen Pil­gern einen Got­tes­dienst­be­such zu ermög­li­chen – die Coro­na-beding­ten Sicher­heits­vor­schrif­ten lie­ßen nur eine begrenz­te Teil­neh­mer­zahl zu –, boten die Kapu­zi­ner in der St. Anna-Basi­li­ka auch am Nach­mit­tag hl. Mes­sen an. Selbst Beich­ten im Frei­en war im Außen­be­zirk der Gna­den­ka­pel­le möglich.

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Pilgerkreuz der Riedenburger Wallfahrer, im Hintergrund die Hl. Kapelle.

Trau­rig jedoch ist der Blick in das Zele­bran­ten­buch der St. Anna-Basi­li­ka: ab 15. März, der Coro­na-beding­ten staat­lich und kirch­lich ver­ord­ne­ten Sicher­heits­vor­schrif­ten, war am Pfingst­sams­tag nur der Ein­trag vom Regens­bur­ger Pil­ger­pfar­rer Han­nes Lorenz zu lesen. Im Ver­gleich zum Vor­jahr waren es ein­schließ­lich Pfings­ten 117 ein­ge­tra­ge­ne aus­wär­ti­ge Zelebranten.

Ergrei­fend waren dage­gen die Berich­te, was Ein­zel­fuß­pil­ger auf ihrem Weg nach Alt­öt­ting erlebt hat­ten: u.a. sei es berüh­rend gewe­sen, wie sich die Leut gefreut hät­ten, dass sich trotz Coro­na-Pan­de­mie Pil­ger auf den Weg gemacht hat­ten. Man­che hät­ten ihnen im gefor­der­ten Sicher­heits­ab­stand Speis und Trank ange­bo­ten, erzähl­ten ein­zel­ne Wall­fah­rer. Ein Lands­hu­ter Bau­er sei her­bei gelau­fen und habe geru­fen: Mein Gott, es gibt doch noch gläu­bi­ge Leut, bei uns in der Gegend glaubt kei­ner mehr!“

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner