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Oberpfälzer Fußwallfahrt: Ansteckend – im positiven Sinn!

Michael Glaß am 02.06.2020

2020 05 29 aoelfb oberpfaelzer fusswallfahrer1 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Mit nur ganz wenigen Teilnehmern und unter strengen Sicherheitsauflagen fand die Oberpfälzer Fußwallfahrt 2020 während der Corona-Pandemie statt. Im Bild ziehen die Pilger zum Altöttinger Kapellplatz.

Treue im Glauben, Treue zur Altöttinger Gnadenmutter und zum hl. Bruder Konrad zeichnen die Fußpilger aus der Oberpfalz schon über 300 Jahre aus. Jedes Jahr am Dienstag vor Pfingsten erreichen sie den Gnadenort und ziehen mit über 1000 Wallfahrern über den Kapellplatz zur St. Anna-Basilika. Nichts, auch kein gefährlicher Virus namens Corona, ließ sie davon abbringen: die Fußwallfahrt 2020 fand statt – wenn auch mit sehr wenigen Teilnehmern.

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Oberpfälzer Fußwallfahrt 2020: Ganze 55 Kilometer ist auch der neunjährige Leonhard mit marschiert.

Wäh­rend alle grö­ße­ren Pil­ger­grup­pen ein­schließ­lich 31. August ihr Kom­men bereits abge­sagt haben – so lan­ge gilt das staat­lich ver­ord­ne­te Ver­bot von Ansamm­lun­gen grö­ße­rer Grup­pen wegen zu hoher Anste­ckungs­ge­fahr –, war es für den Haupt­ver­ant­wort­li­chen der Ober­pfäl­zer Fuß­pil­ger, Richard Bögerl, ein drän­gen­des Her­zens­an­lie­gen, trotz schwie­ri­ger Zei­ten eine Mög­lich­keit zu fin­den, die mitt­ler­wei­le schon 335. Fuß­wall­fahrt durch­zu­füh­ren. Denn wer vom Pil­ger­vi­rus“ infi­ziert ist, der ist anste­ckend im posi­ti­ven Sinn, den zieht’s ganz ein­fach nach Alt­öt­ting, so die ein­stim­mi­ge Mei­nung aller Beteiligten.

Es waren die­ses Jahr nur weni­ge Fuß­pil­ger, die am Diens­tag, 26. Mai, gegen 11.30 Uhr am Alt­öt­tin­ger Basi­li­ka-Vor­platz ein­tra­fen: für die vier Grup­pen aus Gün­ching, Daß­wang, Hemau und Beiln­gries durf­ten mit offi­zi­el­ler Geneh­mi­gung nur je drei Ver­tre­ter und ein Begleit­fahr­zeug­fah­rer zum Gna­den­ort pil­gern. Vor­schrifts­mä­ßig fand die Wall­fahrt auch ohne Über­nach­tung statt. Die Pil­ger, die je nach Grup­pe drei und vier Tage zu Fuß unter­wegs waren und bis zu 150 Kilo­me­ter zurück­leg­ten, schlie­fen jeweils zu Hau­se. Mit dem Begleit­fahr­zeug fuh­ren die Wall­fah­rer dann am nächs­ten Tag an den jeweils erreich­ten Vor­tags-Ort zurück.

Maria, Heil der Kranken

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Oberpfälzer Fußwallfahrt 2020: Pilger ziehen zur Gnadenkapelle.

Mit den jewei­li­gen Vor­trags­kreu­zen und mit dem vor­ge­schrie­be­nen Sicher­heits­ab­stand zogen die Wall­fah­rer in einer klei­nen Pro­zes­si­on über den Kapell­platz, hiel­ten eine kur­ze Sta­tio an der Gna­den­ka­pel­le und gin­gen schließ­lich zur Fried­hofs­kir­che St. Micha­el. Hier bestand die ein­zi­ge Mög­lich­keit mit Pfar­rer Ste­fan Brand, der als geist­li­cher Beglei­ter an der Fuß­wall­fahrt teil­nahm, einen eige­nen Pil­ger­got­tes­dienst zu fei­ern – mit Mund­schutz und Sicher­heits­ab­stand ver­steht sich. Es war für die Ober­pfäl­zer Fuß­pil­ger ein trau­ri­ges Sze­na­rio, dass die Begrü­ßung von Alt­öt­tings Wall­fahrts­rek­tor Prä­lat Gün­ther Man­dl nicht vor der Gna­den­ka­pel­le, son­dern auf dem Micha­e­li-Fried­hof durch­ge­führt wur­de. Man­dl bedau­er­te es sehr, dass gera­de heu­er in sei­nem Abschieds­jahr als Stadt­pfar­rer und Wall­fahrts­rek­tor fast alle Wall­fahr­ten abge­sagt wer­den müss­ten und er sich nicht per­sön­lich bei den vie­len Alt­öt­ting-Pil­gern der letz­ten Jah­re für deren Treue bedan­ken und sei­ne Wert­schät­zung über­mit­teln kön­ne.

So fand letzt­end­lich Pfar­rer Brand bei der anschlie­ßen­den Pil­ger­mes­se trös­ten­de Wor­te für sei­ne Fuß­wall­fah­rer: der Glau­be sei ein Bild für unser Leben, stell­te er fest. Maria wer­de viel­fach als Heil der Kran­ken ange­fleht, denn letzt­end­lich lit­ten wir alle an Wun­den des Lei­bes und der See­le. Die Got­tes­mut­ter füh­re uns zu Chris­tus, der durch sei­ne Wun­den unse­re Wun­den geheilt habe und immer wie­der heile.

Roswitha Dorfner

Redaktionsassistentin, Fotografin