
Es geht wieder los: Die Corona-Fallzahlen sinken und auch Wallfahrten nach Altötting sind wieder einfacher möglich. Tatsächlich kamen aber auch schon in den Monaten zuvor immer wieder einzelne Pilger, Familien oder kleine Gruppen ins "Herz Bayerns". Da größere Wallfahrten eine längere Vorlauf- und Organisationszeit sowie Planungssicherheit erfordern, wird dies wohl auch noch eine Weile so bleiben. Hier nun eine kleine Auswahl an Wallfahrten, die Ende Mai und Anfang Juni stattfanden.
Frohes Glaubenszeugnis
Insgesamt rund 30 Wallfahrer aus dem Pfarrverband Ering kamen am 5. Juni nach Altötting, darunter 17 Radpilger, drei Fußpilger, der Rest mit dem Auto. Pfarrer Peter Kieweg hatte am Festtag des hl. Bonifatius trotz Corona-Pandemie zur Traditionswallfahrt eingeladen und feierte den Pilgergottesdienst in der Gnadenkapelle, der auch nach außen übertragen wurde. Für Pfarrer Kieweg bedeutet eine Wallfahrt auch zu hinterfragen: „Was ist Gott uns wert?“ In seiner Predigt riet er: „Im Blick auf Maria und der Apostel sich im Auftrag Jesu aufmachen, um Glaubenszeugnis zu geben – dabei seine eigenen Wege zurücklegen, Halt machen, die Hände zum Gebet falten, zusammenkommen und sich neu senden lassen. Dazu braucht es ein frohes und mutiges Glaubenszeugnis.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Mit Kreuz am Lenker

Bereits am 29. Mai machten Radpilger aus Ismaning Station am Gnadenort. Eigentlich kommen sie alljährlich am Pfingstsamstag zu Fuß nach Altötting, wie sie berichteten, aber dieses Jahr, da die offizielle Fußwallfahrt Corona-bedingt abgesagt worden war, machten sie eine Ersatzwallfahrt per Fahrrad. Mit dem Kreuz am Lenker umrundete eine Radpilgergruppe aus Neukirchen bei Bogen am 5. Juni die Gnadenkapelle nach 135 zurückgelegten Kilometern in zwei Tagen. Die Tradition der Radwallfahrt aus Waffenbrunn/Opf. hielt Tobias Spitzhirn (28) als alleiniger Vertreter aufrecht. Seit seinem 13. Lebensjahr ist er dabei, und am 5. Juni legte er etwa 130 Kilometer Wegstrecke zurück; heuer war es seine 15. Radwallfahrt nach Altötting. Er hofft, dass es im nächsten Jahr wieder mehr Waffenbrunner Radwallfahrts-Teilnehmer sind.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Glaubenstreue lohnt sich
„Mit Speck fängt man Mäuse“ – in diesem Fall eher „Kirchenmäuse“, und es ist nicht Speck, sondern eine findige Idee von Pfarrer Thomas Steinberger im Pfarrverband Emmerting-Mehring, um junge Pfarreiangehörige zur Gottesdienstteilnahme zu animieren, was bekanntlich gerade in heutiger Zeit immer schwieriger wird. So kam ihm die Idee, mit dem Sticker-Album nach dem Motto: „Regelmäßige Teilnahme bei der heiligen Messe, Kirche voll – Album voll!“. Dass sich Glaubenstreue lohnt, soll auch „belohnt“ werden hat sich Steinberger gedacht, und die jungen Leute bei einem „vollen Sticker-Album“ zu einer Wallfahrt nach Altötting eingeladen – gemeinsam besuchten sie die Gnadenmutter und im Anschluss spendierte der Pfarrer eine „süße Belohnung“ in Form eines Eisbechers beim Italiener am Kapellplatz. Die drei jungen Damen, Annika, Michelle und Leni, alle drei Ministrantinnen aus Mehring, haben jedenfalls mit Begeisterung mitgemacht.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
„Drüberstehen“
„Stay over“ war am T‑Shirt einer jungen Pilgerin zu lesen – und in der Tat, auch im Jahr 2021 muss in Zeiten der Corona-Pandemie manche Hürde genommen werden; man muss eben „drüber stehen“, auch was das Fußpilgern zur Gnadenmutter nach Altötting betrifft. So machten sich am 5. Juni um 3.45 Uhr morgens sechs Fußpilgerinnen aus dem niederbayerischen Tann auf den Weg. Gegen 10 Uhr war das Ziel erreicht und glücklich marschierten sie am Kapellplatz ein. Der Pfarrverband Tann hatte eigentlich seine offizielle Traditionsfußwallfahrt 2021 Corona-bedingt abgesagt, aber am 1. Mai zum gemeinsamen Gottesdienst mit Pfarrer Wolfgang Reincke in die Bruder-Konrad-Kirche eingeladen.
Text und Fotos: Roswitha Dorfner
Schuhe durchgelatscht
Eigentlich nehmen sie alljährlich bei der Oberpfälzer Fußwallfahrt teil, wie Richard Meyer, Xaver Gradl und Leo Lautenschlager am 7. Mai am Basilika-Vorplatz in Altötting berichteten. Vom stellvertretend Wallfahrtsrektor Kapuzinerpater Norbert Schlenker, der gerade des Weges kam, wurden sie herzlich willkommen geheißen. Corona-bedingt war ja die offizielle Wallfahrt abgesagt, eine Delegation hatte am 7. Mai im kleinsten Rahmen alle Daheimgebliebenen vertreten. Aber mit dem Daheimbleiben wollten sich die drei Fußwallfahrer und langjährigen Teilnehmer aus dem Günchinger Raum nicht abfinden, und so begaben sich die drei oben Genannten allein auf Pilgergang. Fünf Tage waren sie zu Fuß unterwegs – insgesamt 180 Kilometer. Am Fronleichnamstag, 3. Juni um 5 Uhr morgens waren sie abmarschiert. Dass so ein Fußweg nicht nur Strapazen für die Füße, sondern auch für das Schuhwerk bedeutet, davon konnte Xaver Gradl ein Lied singen. Jedenfalls waren die Pilgerschuhe bei der Ankunft in Altötting völlig durchgelatscht und nicht mehr zu gebrauchen. Da ist es halt gut, wenn man aufgrund langjähriger Pilgererfahrung Ersatz dabei hat.
Text und Foto: Roswitha Dorfner
