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Wallfahrten

Mosaike aus der Wallfahrt

Redaktion am 05.07.2021

2021 07 05 aoelfb wallfahrt kdfb dekanat altoetting7 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Wallfahrerinnen des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) des Dekanats Altötting vor der Altöttinger Basilika.

Endlich wieder Wallfahrt! Die Corona-Fallzahlen sinken und auch Wallfahrten nach Altötting sind wieder einfacher möglich. Tatsächlich kamen aber auch schon in den Monaten zuvor immer wieder einzelne Pilger, Familien oder kleine Gruppen ins "Herz Bayerns". Da größere Wallfahrten eine längere Vorlauf- und Organisationszeit sowie Planungssicherheit erfordern, wird dies wohl auch noch eine Weile so bleiben. Hier nun eine kleine Auswahl an Wallfahrten, die Ende Juni und Anfang Juli stattfanden.

Heimat im Glauben – Sudetendeutsche Wallfahrt

Seit 75 Jah­ren besteht die bun­des­wei­te Acker­mann­ge­mein­de und seit 75 Jah­ren pil­gern Sude­ten­deut­sche Wall­fah­rer nach Alt­öt­ting – ein Jubi­lä­um, dass die Mit­glie­der der Gemein­schaft am 4. Juli in der St. Anna-Basi­li­ka mit einem fei­er­li­chen Dank-Got­tes­dienst begin­gen. Die Hei­mat im Glau­ben“ beton­te Ilse Ester­mai­er, seit über 30 Jah­ren Diö­ze­san­vor­sit­zen­de der Acker­mann­ge­mein­de Pas­sau, in ihren Gruß­wor­ten. Eine Hei­mat für alle Men­schen, die nach dem Krieg ihre alte Hei­mat ver­las­sen muss­ten, die mit ihren Sor­gen und Nöten bei Maria Zuflucht gesucht hat­ten und voll Ver­trau­en gekom­men waren“.

Dank­bar zeig­te sich Ester­mai­er auch mit Blick auf die Pan­de­mie-Durst­stre­cke“. Es sei schön, end­lich wie­der zusam­men Got­tes­dienst fei­ern zu kön­nen. Heu­er fand die­ser zusam­men mit Katho­li­ken aus den GUS-Staa­ten statt; wie immer kamen Wall­fah­rer in tra­di­tio­nel­len Trach­ten, auch eine Fah­ne stand für das Bild alter Heimat“.

Herz­lich begrüßt wur­den der Haupt­ze­le­brant Dom­vi­kar Dr. Alex­an­der Hoff­mann als Seel­sorgs­lei­ter mut­ter­sprach­li­cher Gemein­den der Erz­diö­ze­se Mün­chen-Frei­sing, sowie als Kon­ze­le­bran­ten Mili­tär­de­kan Sieg­fried Weber, Kano­ni­kus in Bud­weis und Vor­sit­zen­der von Glau­be und Hei­mat“, Msgr. Hein­rich Josef Weiß aus Eich­stätt sowie Stifts­ka­no­ni­kus August Spar­rer, Altötting.

Auch Dom­vi­kar Hoff­mann sprach in sei­ner Pre­digt von der Hei­mat im Glau­ben“, außer­dem vom Weg zu Chris­tus“. Ange­sichts der Kon­flik­te in Kir­che und Welt sei die­ser oft schwie­rig. Da sei es gut, stets den Blick auf Maria zu rich­ten: Maria hat es sich zur Lebens­auf­ga­be gemacht, die Men­schen zu Chris­tus zu füh­ren“, erin­ner­te er. Die Not der Hei­mat­lo­sig­keit, Ver­trei­bung und Elend im Krieg, sei­en Anlass für die Kir­che sich uner­müd­lich für Frie­den und Dia­log ein­zu­set­zen. Gera­de in der Not kom­me es dar­auf an, Ant­wor­ten aus dem Glau­ben her­aus zu fin­den, und dies gera­de auch aus der Sicht der Frau­en und Müt­ter betrach­tet. Dabei lie­ßen sich im Leben der Got­tes­mut­ter auch über­ra­schen­de Sei­ten erken­nen: im Evan­ge­li­um von der Hoch­zeit zu Kana etwa wer­de Maria nicht als demü­ti­ge Frau im Hin­ter­grund beschrie­ben, im Gegen­teil: Sie sei es gewe­sen, die die Initia­ti­ve ergrif­fen habe als der Wein aus­ge­gan­gen war. So fol­ger­te der Pre­di­ger: Man dür­fe nichts dem Zufall über­las­sen. Außer­dem: Zei­ten der Umbrü­che, auch der Neue­run­gen in der Kir­che, soll­ten uns nicht ängs­ti­gen. Der Ruf der Got­tes­mut­ter Tut, was Er euch sagt“ gel­te für gläu­bi­ge Frau­en und Män­ner glei­cher­ma­ßen. Ver­trau­en wir der Got­tes­mut­ter in den Sor­gen und Nöten des Lebens. Jeder der sie anruft, wird den Weg zu Chris­tus fin­den“, beton­te der Domvikar.

Am Ende des Got­tes­diens­tes gab es eine bedau­er­li­che Mit­tei­lung: mit dem 75. Jubi­lä­um der Acker­mann­ge­mein­de wird die tra­di­tio­nel­le Sude­ten­deut­sche Alt­öt­ting-Wall­fahrt vor­aus­sicht­lich enden. Der finan­zi­el­le Auf­wand einer Wall­fahrts­or­ga­ni­sa­ti­on, die Über­al­te­rung der Hei­mat­ver­trie­be­nen und die stark redu­zier­te Pil­ger-Anzahl wür­de den finan­zi­el­len Auf­wand nicht mehr recht­fer­ti­gen, hieß es von­sei­ten der Ver­an­stal­ter. So habe etwa die Acker­mann­ge­mein­de Mün­chen geplant, sich zurückzuziehen.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Heimsuchung im positiven Sinn

Am 2. Juli, dem Fest­tag Mariä Heim­su­chung, hat die tra­di­tio­nel­le Wall­fahrt des Katho­li­schen Deut­schen Frau­en­bunds (KDFB) der Diö­ze­se Pas­sau stattgefunden.

Heu­er ist alles ein­ma­lig anders“, wie die Vor­sit­zen­de des KDFB-Deka­nats Alt­öt­ting, Gise­la Schnei­der­bau­er, erklär­te. Coro­na-bedingt fand die Wall­fahrt nicht im gro­ßen Rah­men, son­dern nur“ mit Mit­glie­dern des Deka­nats Alt­öt­ting statt, die in der St. Anna-Basi­li­ka einen Got­tes­dienst fei­er­ten. Ein­ma­lig war, dass zeit­gleich 226 Zweig­ver­ei­ne des KDFB an ver­schie­de­nen Orten mitfeierten.

Gise­la Schnei­der­bau­er und ihr“ Team mit u.a. Gemein­de­re­fe­ren­tin Moni­ka Röckl und Ingrid Rehm erklär­ten: Mariä Heim­su­chung, wie es uns das Lukas-Evan­ge­li­um ver­kün­de, die Begeg­nung der bei­den schwan­ge­ren Frau­en Maria und Eli­sa­beth, bedeu­te, sich freu­dig mit­zu­tei­len und zugleich Freu­de zu tei­len. Der Fest­tag sei also ein idea­ler Ter­min für eine Wall­fahrt. Wir tref­fen uns mit Freu­de, unse­re Freu­de mit Euch zu tei­len – so soll es sein“, sag­ten sie übereinstimmend.

Mit dabei war Deka­nats­rats­vor­sit­zen­de Lui­se Hell. Auch Dekan Heri­bert Schau­er zeig­te sich glück­lich, wie er bekun­de­te, dass er den KDFB-Deka­nats­got­tes­dienst für die etwa 300 Pil­ge­rin­nen zele­brie­ren durf­te, exakt am Tag sei­nes 26. Pries­ter­ju­bi­lä­ums. Beson­de­rer Dank galt den teil­neh­men­den Fah­nen­ab­ord­nun­gen; die 20 kunst­voll gefer­tig­ten KDFB-Fah­nen gaben beim Ein­zug des lit­ur­gi­schen Diens­tes einen fest­li­chen Rah­men – eben­so die musi­ka­li­sche Gestal­tung des Got­tes­diens­tes mit Anne­ma­rie Ober­hu­ber an der Orgel und Sopra­nis­tin San­dra Kur­noth, die beson­ders ein­drucks­voll das Ave Maria“ zum Bes­ten gab.

Heim­su­chung“ sei eigent­lich Aus­druck einer nega­ti­ven Lebens­si­tua­ti­on – doch die Begeg­nung von Maria und Eli­sa­beth sei eine Heim­su­chung im posi­ti­ven Sinn“ gewe­sen, resü­mier­te Dekan Heri­bert Schau­er in sei­ner Pre­digt. Der Fest­tag bedeu­te: Gott sel­ber hat in Maria Woh­nung genom­men, Gott ist auch in uns – in Freud und Leid, in Gesund­heit und Krank­heit, in guten und schwe­ren Tagen, in jeder Lebens­si­tua­ti­on ist er uns nah“. Dar­um fol­ger­te Dekan Schau­er: Seid ein Stück Hei­mat, wo ich ger­ne hin­ge­hen kann.“ Und: In Gott haben wir unse­re eigent­li­che Hei­mat, in ihm wis­sen wir uns gebor­gen, müs­sen uns nicht ver­stel­len. So sol­len wir mit Mari­as Hil­fe zum Zei­chen wer­den, für eine hei­li­ge Begeg­nung, die Hei­mat schafft.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Bürgermeister geht mit dem Kreuz voran

Die Fuß­wall­fahrt aus Mehring (Lkr. Alt­öt­ting) am 3. Juli führ­te heu­er Bür­ger­meis­ter Robert Buch­ner an und ging mit dem Kreuz vor­an. Eine wei­te­re Grup­pe kam vom Pfarr­ver­band Emmer­ting-Mehring mit dem Fahr­rad an, wie­der­um ande­re mit dem Auto, wie etwa Pfar­rer Tho­mas Stein­ber­ger. Beim Pil­ger­got­tes­dienst in der St. Anna-Basi­li­ka stell­te Pfar­rer Stein­ber­ger die Bedeu­tung einer Glau­bens- und Gebets­ge­mein­schaft her­aus: Beim Vater­un­ser“ wür­de ja auch das für uns“ und nicht für mich“ her­aus­ge­ho­ben. Glau­bens­ge­mein­schaft mit Maria mache Mut, auf dem rich­ti­gen Glau­bens­weg unter­wegs zu sein.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Gottesbegegnung

Alt­öt­tings Stifts­ka­pell­meis­ter Ste­phan Thin­nes wohnt in Kirchdorf/​Inn und selbst­ver­ständ­lich über­nahm er beim Got­tes­dienst die Kirch­dor­fer Wall­fah­rer am 3. Juli in der St. Kon­rad-Kir­che das Orgel­spiel und den Gesang. Zu Fuß, per Fahr­rad oder Pkw waren die Wall­fah­rer – ein­zeln oder in klei­ne­ren Grup­pen – nach Alt­öt­ting gepil­gert. Pfar­rer Janos Kovacs pre­dig­te über Mariä Heim­su­chung“ als Bei­spiel, wie Gott in das Leben ein­grei­fen kön­ne. Sowohl Maria als auch Eli­sa­beth hät­ten erfah­ren dür­fen: Gott hat Gro­ßes mit mir vor.“ Pfr. Kovacs resü­mier­te: Unser Leben ist die Geschich­te unse­rer Begeg­nun­gen.“ Mariä Heim­su­chung sei ein Fest der Begeg­nung“ zwi­schen Eli­sa­beth und Maria – und dar­über hin­aus eine Begeg­nung mit Gott.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Dankwallfahrt

Für Josef Rossak, der am 3. Juli zu Fuß von Marktl/​Inn nach Alt­öt­ting mar­schiert war, war es eine per­sön­li­che Dank­wall­fahrt. Er war auf Dia­ly­se ange­wie­sen, vor einem hal­ben Jahr hat­te er dann eine Spen­der­nie­re bekom­men. Vie­le wei­te­re Ange­hö­ri­ge des Pfarr­ver­bands Marktl-Stamm­ham nah­men das Ange­bot wahr, in einer Fuß‑, Rad-Wall­fahrt oder mit Pkw nach Alt­öt­ting zu pil­gern. Pfar­rer Peter Meis­ter, der mit dem Fahr­rad ange­kom­men war, und auch sei­ne Minis­tran­ten zur Rad­wall­fahrt moti­vie­ren konn­te, ver­wies beim Pil­ger­got­tes­dienst in der St. Anna-Basi­li­ka auf den 3. Juli als den Fest­tag des hl. Apos­tels Thomas.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Im Dienst des Herrn

Punkt­lan­dung“: exakt zum ver­ein­bar­ten Pil­ger­got­tes­dienst in der St. Kon­rad-Kir­che am 3. Juli um 11 Uhr erreich­ten mit dem Bus 30 Teil­neh­mer der Cari­tas-Sozi­al­sta­ti­on aus Nab­burg, allen vor­an Pfar­rer Han­nes Lorenz, den Gna­den­ort Alt­öt­ting. Gera­de an die­sem Wall­fahrts­tag spü­ren wir, wie der Him­mel offen steht, umso grö­ßer ist die Freu­de, ein­fach hier sein zu dür­fen“, zeig­te sich Pfar­rer Lorenz dank­bar und erklär­te die Far­be Rot“ sowohl beim Mess­ge­wand, als auch der Dienst­klei­dung für Cari­tas-Mit­ar­bei­ter. Die lit­ur­gi­sche Far­be Rot ste­he für den Fest­tag des hl. Apos­tels Tho­mas als Mär­ty­rer. Alles im Leben sei Beru­fung, stell­te Pfar­rer Lorenz fest, egal ob Apos­tel­dienst, oder wenn wir im Alter gebrech­lich sind. Gott schen­ke uns die Kraft unse­rer Beru­fung auf die Für­spra­che der Got­tes­mut­ter, des hl. Tho­mas und des hl. Bru­ders Kon­rad, damit wir einst hin­ein­ge­nom­men wer­den in den Himmel.“

Text und Foto: Ros­wi­tha Dorfner

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