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„Gott will retten!“

Michael Glaß am 22.11.2020

2020 11 22 aoelfb koenigsfest eucharistische anbetung5 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Eucharistische Anbetung beim Königsfest 2020 in Altötting.

„Keine Angst! Gott will uns retten.“ In diesen zwei Sätzen lässt sich kurz das Resümee des Königsfestes am 21. November in der St. Anna-Basilika in Altötting zusammenfassen. Sowohl der Referent, Pallottinerpater Hans Buob, als auch der Prediger, Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl, betonten die Liebe Gottes zu den Menschen. Das Problem dabei: „Gott ruft und ruft, aber der Mensch versteht nicht mehr“, sagte P. Hans Buob.

2020 11 22 aoelfb koenigsfest organisatoren info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Sie organisierten das Königsfest 2020 in Altötting. Rechts Ingrid Wagner, Leiterin des Referats für Neuevangelisierung im Bistum Passau.

Eigent­lich waren an die­sem Tag wie­der rund 2.500 Teil­neh­mer zum zwei­ten Adoratio“-Kongress erwar­tet wor­den. Die Groß­ver­an­stal­tung zur Eucha­ris­ti­schen Anbe­tung muss­te heu­er jedoch auf­grund des Coro­na-Lock­downs“ abge­sagt wer­den. Ingrid Wag­ner, Lei­te­rin des Refe­rats für Neue­van­ge­li­sie­rung im Bis­tum Pas­sau, begrüß­te rund 250 Teil­neh­mer in der Basi­li­ka zu einem mit den staat­li­chen Behör­den abge­spro­che­nen“ redu­zier­ten Pro­gramm mit Vor­trag, Got­tes­dienst sowie einer anschlie­ßen­den Eucha­ris­ti­schen Anbe­tung mit Musik, Stil­le und der Mög­lich­keit zur Beich­te. Außer­dem begrüß­te Ingrid Wag­ner die Zuschau­er daheim, die das Fest via Live-Stream über EWTN​.TV, Radio Hor­eb und der Web­site des Bis­tums mit­ver­fol­gen konn­ten. Die sehr stim­mi­ge musi­ka­li­sche Gestal­tung in der mit far­bi­gen Licht­ef­fek­ten illu­mi­nier­ten St. Anna-Basi­li­ka über­nah­men Schü­ler der Alt­öt­tin­ger Emma­nu­el School of Mis­si­on“ (ESM) – die Stu­den­ten, die in der Josefs­burg woh­nen“, gel­ten als ein Haus­stand“ und durf­ten somit sin­gen, wäh­rend der Gemein­de­ge­sang lei­der aus­fal­len musste.

2020 11 22 aoelfb koenigsfest pater hans boub2 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Königsfest 2020 in Altötting: Pallottinerpater Hans Buob, Leiter des Exerzitienhauses St. Ulrich Hochaltingen, hielt einen Vortrag über „Zeichen der Zeit“.

Zei­chen der Zeit“ war das The­ma des Vor­trags von P. Hans Buob. Der Lei­ter des Exer­zi­ti­en­hau­ses St. Ulrich Hoch­altin­gen begann mit einem Gebet um das Licht des Hei­li­gen Geis­tes“ und beton­te in sei­nem rund ein­stün­di­gen Vor­trag, wie wich­tig es sei, nicht nur auf äuße­re Ereig­nis­se und ihre Wir­kung zu bli­cken, son­dern zu fra­gen, was die Spra­che Got­tes hin­ter die­sen Ereig­nis­sen“ sei. Zur Erfül­lung die­ses ihres Auf­trags obliegt der Kir­che all­zeit die Pflicht, nach den Zei­chen der Zeit zu for­schen und sie im Licht des Evan­ge­li­ums zu deu­ten“, zitier­te er die Pas­to­ra­le Kon­sti­tu­ti­on Gau­di­um et Spes“ des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils und ver­wies auf das Lukas-Evan­ge­li­um (Lk 12,56: Zeit der Ent­schei­dung“; Lk 9,11ff Spei­sung der Fünf­tau­send; wun­der­sa­me Brot­ver­meh­rung“; Lk 21,719: Der Anfang der end­zeit­li­chen Not“). U.a. berich­te­te er auch von einer Visi­on über die Unheils­zeit“ der von Papst Bene­dikt XVI. zur Kir­chen­leh­re­rin erho­be­nen hl. Hil­de­gard von Bingen.

Impressionen vom Königsfest, Teil 1

P. Hans Buob beton­te: Statt bloß Infor­ma­tio­nen in den Nach­rich­ten wahr­zu­neh­men und nach Ursa­chen zu for­schen, gel­te es auch in schwie­ri­gen Pha­sen wie etwa der Pan­de­mie ein Gespür“ zu ent­wi­ckeln für die Zei­chen, die Gott gibt“. Denn: Gott ist die abso­lu­te Lie­be“ und Men­schen sei­en kein Zufalls­tref­fer“, im Gegen­teil: Jeder Mensch kommt aus die­ser schöp­fe­ri­schen Lie­be Got­tes“, sag­te der Pal­lot­ti­ner­pa­ter. Und die­se Lie­be will sich ver­schen­ken“. Gott lie­be jeden Men­schen, wer­be um ihn, mehr noch: suche stets nach jedem Ein­zel­nen und sor­ge sich auch um die all­täg­lichs­ten Din­ge“. P. Hans Buob emp­fahl den Zuhö­rern schein­bar unlös­ba­re Pro­ble­me Gott zu über­ge­ben; nur so kön­ne man auch wei­ter­hin gut schla­fen und Kraft schöp­fen, um den All­tag zu bewältigen.

Impressionen vom Königsfest, Teil 2

Auch ange­sichts der Pro­ble­me und der Kri­sen im Gro­ßen müs­se nie­mand Angst haben, denn: Die gan­ze Welt­ge­schich­te ist Heils­ge­schich­te!“. Es gebe nichts, wor­auf Gott kei­nen Ein­fluss hät­te. Alles, was sich ereig­ne, wer­de somit Spra­che Got­tes“. Mit Blick auf Kri­sen wie die der Pan­de­mie beton­te P. Hans Buob: Wis­sen­schaft­li­che Erklä­run­gen sei­en wich­tig, dar­über hin­aus gel­te es aber die Fra­ge zu stel­len: Wozu?“ Es gel­te her­aus­zu­fin­den, was Gott uns sagen wol­le. Nur so bestehe auch die Chan­ce der drin­gend not­wen­di­gen Umkehr. Hier­bei beton­te er: Gott straft nicht. Gott will uns ret­ten!“ Den Zuhö­rern riet er, nicht nur auf das Ver­gäng­li­che“ zu bau­en, son­dern den Blick auf das Wesent­li­che zu rich­ten: Wenn der Him­mel das Ziel ist, das nimmt Ihnen niemand!“

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Königsfest 2020 in Altötting: Altötting Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl bei der Predigt.

Dass Gott uns stör­ri­sche Men­schen“ suchen, fin­den und ret­ten wol­le, beton­te auch Prä­lat Dr. Klaus Metzl in sei­ner Pre­digt wäh­rend der hl. Mes­se nach dem Vor­trag. Es gebe kei­nen Grund für all­ge­mei­ne Angst und Depres­si­on, denn: mit Jesus Chris­tus habe sich der Gesalb­te, der König“ mit der gan­zen Mensch­heits­fa­mi­lie“ ver­bun­den, und wir dür­fen uns als Kin­der des Mes­si­as immer wie­der ret­ten und anspre­chen las­sen“. Sich immer wie­der auf die Wege Got­tes in mei­nem Leben ein­zu­las­sen“ sei die blei­ben­de Her­aus­for­de­rung eines jeden Chris­ten. Hier­bei beton­te Prä­lat Metzl ins­be­son­de­re das Dop­pel-Gebot“ der Got­tes- und der Nächs­ten­lie­be: Die Lie­be zu Gott ist ohne die Lie­be zu den Nächs­ten weder glaub­wür­dig noch denk­bar“, stell­te er fest.

Text: Micha­el Glaß, Fotos: Ros­wi­tha Dorfner

Impressionen von der Eucharistischen Anbetung im Rahmen des Königsfestes