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Da, um „Herzenstüren zu öffnen“ – Installation von Prälat Klaus Metzl als Stadtpfarrer, Stiftspropst und Wallfahrtsrektor in Altötting

Michael Glaß am 21.09.2020

2020 09 21 aoelfb installation praelat klaus metzl1 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Installation von Prälat Klaus Metzl als Stadtpfarrer, Stiftspropst und Wallfahrtsrektor in Altötting: Prälat Metzl mit Bischof Stefan Oster vor der Altöttinger St. Anna-Basilika.

Vier große Schlüssel hat der neue Altöttinger Stadtpfarrer, Wallfahrtsrektor und Stiftspropst im Rahmen seiner feierlichen Einführung am 20. September in der St. Anna-Basilika erhalten. Sie stehen symbolisch für die Ämter und Aufgaben, die Prälat Dr. Klaus Metzl übernehmen wird.

Vor allem aber sei­en die­se Schlüs­sel geist­lich zu ver­ste­hen“, beton­te Pas­saus Bischof Dr. Ste­fan Oster SDB bei der Über­ga­be und vor allem in sei­ner Pre­digt: dafür, dass wir die Türen zu den Her­zen der Men­schen auf­schlie­ßen“. Die Schlüs­sel bekam Prä­lat Metzl noch vor dem Got­tes­dienst über­reicht: für die drei Pfarr­kir­chen St. Phil­ip­pus & Jako­bus, St. Josef und Mariä Heim­su­chung (Unter­holz­hau­sen), denen er nun als Stadt­pfar­rer vor­steht; und einen Schlüs­sel für die Gna­den­ka­pel­le, für die Prä­lat Metzl ab sofort als Admi­nis­tra­tor und Wall­fahrts­rek­tor ver­ant­wort­lich ist.

2020 09 21 aoelfb installation praelat klaus metzl2 schluesseluebergabe info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Stadtpfarrer Klaus Metzl (2.v.l.) erhält im Beisein von Bischof Stefan Oster und Luise Hell von Gottfried Oswald den Schlüssel zur Kirche St. Philippus und Jakobus.

Wie die­ser fei­er­li­che Akt geist­lich zu ver­ste­hen ist, erklär­te Bischof Oster anschlie­ßend in sei­ner Pre­digt: Es gehe für Chris­ten vor allem dar­um, die Dimen­sio­nen des inne­ren Lebens“ auf­zu­sper­ren. Ins­be­son­de­re Schlüs­sel­fi­gu­ren“ müss­ten die Türen auf­schlie­ßen, die Men­schen zu Sinn, Erbar­men, Freu­de“, auf einen Weg in die inne­re Frei­heit“ füh­ren. Ihm gefie­len auch die Wor­te des kürz­lich ver­stor­be­nen lang­jäh­ri­gen Kapel­lad­mi­nis­tra­tors Alo­is Furt­ner, der sich ger­ne als Haus­meis­ter Unse­rer Lie­ben Frau“ bezeich­ne­te, so Oster. Haus­meis­ter sei­en die­je­ni­gen mit einem dicken Schlüs­sel­bund“, sag­te der Bischof, und als Ver­ant­wort­li­cher in Alt­öt­ting gehe es vor allem dar­um, Tür­öff­ner für das Innen­le­ben der Men­schen“ zu sein. Er beton­te auch die Vor­aus­set­zung für die­se Auf­ga­be: wer aus der inne­ren Erfah­rung mit dem Herrn lebt – weil das Hören und Spre­chen von dem erfüllt ist, was in sei­nem Her­zen lebt –, der kann Her­zens­tü­ren öffnen“.

Impressionen vom Gottesdienst

Wenn es nach dem Diö­ze­san­bi­schof geht, dann bringt Prä­lat Metzl – der übri­gens bereits gleich nach sei­ner Pries­ter­wei­he im Jahr 1993 drei Jah­re lang als Kaplan in der Wall­fahrts­stadt Alt­öt­ting im Ein­satz gewe­sen war –, für sei­ne neue Auf­ga­be alle nöti­gen Vor­aus­set­zun­gen mit. Bevor Bischof Oster die offi­zi­el­le Ernen­nungs­ur­kun­de ver­las, hat­te er in sei­ner Pre­digt für Prä­lat Metzl sehr per­sön­li­che Wor­te gefun­den. Immer­hin war der neue Alt­öt­tin­ger Stadt­pfar­rer bis 31. Mai die­ses Jah­res ins­ge­samt sechs Jah­re lang als Gene­ral­vi­kar an sei­ner Sei­te. Sie bekom­men einen her­vor­ra­gen­den Ver­wal­ter“, sag­te Bischof Oster über sei­nen Weg­ge­fähr­ten. Vor allem aber habe er gemerkt, dass Prä­lat Metzl mit Leib und See­le Pries­ter ist“. Vie­le Gesprä­che habe er mit ihm geführt und dabei ging es längst nicht nur um ver­wal­tungs­tech­ni­sche Fra­gen, son­dern auch um Theo­lo­gie und vor allem um die Fra­ge, wie die Kir­che heu­te in einer für sie schwie­ri­gen Zeit in einer neu­en Wei­se das Evan­ge­li­um ver­kün­den“ kön­ne. Als den Königs­weg“ hät­ten sie bei­de über­ein­stim­mend aus­ge­macht: das per­sön­li­che Rin­gen des Ein­zel­nen um Hei­lig­keit“, die Nähe zum Herrn und zu den Men­schen. Über Prä­lat Metzl erklär­te Bischof Oster, die­ser sei jemand, der nicht nur sehr gut orga­ni­sie­ren kön­ne, son­dern der sei­ne Mit­ar­bei­ter stets mit­neh­men woll­te auf die­se inne­re Rei­se“. An die Alt­öt­tin­ger gewandt erklär­te Bischof Oster: Ich darf Ihnen einen der Bes­ten anver­trau­en, die ich hier im Bis­tum Pas­sau ken­nen­ge­lernt habe. Bit­te gehen Sie mit ihm, fin­den Sie einen gemein­sa­men Weg.“

Wie eine sol­che inne­re Rei­se“ aus­se­hen kann, erklär­te Bischof Oster anschlie­ßend: Eben­so wie der Part­ner in einer engen Bezie­hung sei Gott sowohl nah als auch fern, sag­te er mit Blick auf die Tages­le­sung (Jes 55,69). Auch in einer sehr inni­gen Bezie­hung blie­be der Part­ner anders (als man selbst); ein Geheim­nis“; mit der Got­tes­be­zie­hung sei dies ähn­lich: Je mehr wir die Gegen­wart Got­tes spü­ren, des­to mehr spü­ren wir auch das Geheim­nis, dass er anders ist.“ Gott sei jedem Men­schen näher als die­ser sich selbst nahe sein kön­ne, sag­te Bischof Oster mit den Wor­ten des hl. Augus­ti­nus. Doch Gott sei zugleich viel grö­ßer, als Men­schen den­ken können.

Impressionen von der feierlichen Installation

Nach der Pre­digt folg­te eine fei­er­li­che Zere­mo­nie, in der Prä­lat Metzl das Wei­he­ver­spre­chen wie­der­hol­te, das er bereits als Pries­ter abge­ge­ben hat­te. Außer­dem bekam er von Bischof Oster Ring, Mitra und Brust­kreuz über­reicht – Insi­gni­en, die Prä­lat Metzl als Propst des Stifts St. Ruper­tus tra­gen darf; Papst Johan­nes Paul II. hat­te die­ses Pri­vi­leg im Jahr 1990 erneuert.

Rund 200 gela­de­ne Gäs­te ver­folg­ten den von Orches­ter und Kapell­sol­lis­ten mit Mozarts mis­sa in B musi­ka­lisch beein­dru­ckend gestal­te­ten Got­tes­dienst. Auf­grund der Auf­la­gen wegen der Coro­na-Pan­de­mie fan­den bei wei­tem nicht so vie­le Gäs­te Platz, wie eigent­lich hät­ten teil­neh­men wol­len. Ein Umstand, den zuvor­derst Prä­lat Metzl sehr bedau­er­te. Sei­nen in der Basi­li­ka geäu­ßer­ten Wunsch um eine gute Zusam­men­ar­beit wird er nun also noch ein paar Mal per­sön­lich wie­der­ho­len müs­sen. Für Prä­lat Metzl, der auch an die­sem Tag offen und herz­lich auf die Leu­te zuging, soll­te das aber wohl kein all­zu gro­ßes Pro­blem sein.

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Installation von Prälat Klaus Metzl als Stadtpfarrer, Stiftspropst und Wallfahrtsrektor in Altötting: Unter den Gästen waren u.a. auch Bischof em. Wilhelm Schraml (l.) und Metzls Vorgänger Prälat Günther Mandl (3.v.l.).

Einer der Gäs­te war – neben Metzls Vor­gän­ger Prä­lat Gün­ther Man­dl – Pas­saus Alt­bi­schof Wil­helm Schraml. Die­ser war es, der Klaus Metzl nach des­sen Zeit als Pfar­rer in Land­au St. Mari­en im Febru­ar 2005 zum Gene­ral­vi­kar ernannt hat­te. Bischof Schraml wohnt ja mitt­ler­wei­le schon seit rund sie­ben Jah­ren in Alt­öt­ting. Der ehe­ma­li­ge Bischof und der ehe­ma­li­ge Gene­ral­vi­kar sind nun also Nachbarn.

Text: Micha­el Glaß, Fotos: Ros­wi­tha Dorfner