Da, um „Herzenstüren zu öffnen“ – Installation von Prälat Klaus Metzl als Stadtpfarrer, Stiftspropst und Wallfahrtsrektor in Altötting

Vier große Schlüssel hat der neue Altöttinger Stadtpfarrer, Wallfahrtsrektor und Stiftspropst im Rahmen seiner feierlichen Einführung am 20. September in der St. Anna-Basilika erhalten. Sie stehen symbolisch für die Ämter und Aufgaben, die Prälat Dr. Klaus Metzl übernehmen wird.
Vor allem aber seien diese Schlüssel „geistlich zu verstehen“, betonte Passaus Bischof Dr. Stefan Oster SDB bei der Übergabe und vor allem in seiner Predigt: dafür, „dass wir die Türen zu den Herzen der Menschen aufschließen“. Die Schlüssel bekam Prälat Metzl noch vor dem Gottesdienst überreicht: für die drei Pfarrkirchen St. Philippus & Jakobus, St. Josef und Mariä Heimsuchung (Unterholzhausen), denen er nun als Stadtpfarrer vorsteht; und einen Schlüssel für die Gnadenkapelle, für die Prälat Metzl ab sofort als Administrator und Wallfahrtsrektor verantwortlich ist.

Wie dieser feierliche Akt geistlich zu verstehen ist, erklärte Bischof Oster anschließend in seiner Predigt: Es gehe für Christen vor allem darum, die „Dimensionen des inneren Lebens“ aufzusperren. Insbesondere „Schlüsselfiguren“ müssten die Türen aufschließen, die Menschen zu „Sinn, Erbarmen, Freude“, auf einen „Weg in die innere Freiheit“ führen. Ihm gefielen auch die Worte des kürzlich verstorbenen langjährigen Kapelladministrators Alois Furtner, der sich gerne als „Hausmeister Unserer Lieben Frau“ bezeichnete, so Oster. Hausmeister seien diejenigen „mit einem dicken Schlüsselbund“, sagte der Bischof, und als Verantwortlicher in Altötting gehe es vor allem darum, „Türöffner für das Innenleben der Menschen“ zu sein. Er betonte auch die Voraussetzung für diese Aufgabe: wer „aus der inneren Erfahrung mit dem Herrn lebt – weil das Hören und Sprechen von dem erfüllt ist, was in seinem Herzen lebt –, der kann Herzenstüren öffnen“.
Impressionen vom Gottesdienst
Wenn es nach dem Diözesanbischof geht, dann bringt Prälat Metzl – der übrigens bereits gleich nach seiner Priesterweihe im Jahr 1993 drei Jahre lang als Kaplan in der Wallfahrtsstadt Altötting im Einsatz gewesen war –, für seine neue Aufgabe alle nötigen Voraussetzungen mit. Bevor Bischof Oster die offizielle Ernennungsurkunde verlas, hatte er in seiner Predigt für Prälat Metzl sehr persönliche Worte gefunden. Immerhin war der neue Altöttinger Stadtpfarrer bis 31. Mai dieses Jahres insgesamt sechs Jahre lang als Generalvikar an seiner Seite. „Sie bekommen einen hervorragenden Verwalter“, sagte Bischof Oster über seinen Weggefährten. Vor allem aber habe er „gemerkt, dass Prälat Metzl mit Leib und Seele Priester ist“. Viele Gespräche habe er mit ihm geführt und dabei ging es längst nicht nur um verwaltungstechnische Fragen, sondern auch um Theologie und vor allem um die Frage, wie die Kirche heute in einer für sie schwierigen Zeit in „einer neuen Weise das Evangelium verkünden“ könne. Als den „Königsweg“ hätten sie beide übereinstimmend ausgemacht: „das persönliche Ringen des Einzelnen um Heiligkeit“, die Nähe zum Herrn und zu den Menschen. Über Prälat Metzl erklärte Bischof Oster, dieser sei jemand, der nicht nur sehr gut organisieren könne, sondern der seine Mitarbeiter stets mitnehmen wollte auf diese „innere Reise“. An die Altöttinger gewandt erklärte Bischof Oster: „Ich darf Ihnen einen der Besten anvertrauen, die ich hier im Bistum Passau kennengelernt habe. Bitte gehen Sie mit ihm, finden Sie einen gemeinsamen Weg.“
Wie eine solche „innere Reise“ aussehen kann, erklärte Bischof Oster anschließend: Ebenso wie der Partner in einer engen Beziehung sei Gott sowohl nah als auch fern, sagte er mit Blick auf die Tageslesung (Jes 55,6−9). Auch in einer sehr innigen Beziehung bliebe der Partner „anders (als man selbst); ein Geheimnis“; mit der Gottesbeziehung sei dies ähnlich: „Je mehr wir die Gegenwart Gottes spüren, desto mehr spüren wir auch das Geheimnis, dass er anders ist.“ Gott sei jedem Menschen näher als dieser sich selbst nahe sein könne, sagte Bischof Oster mit den Worten des hl. Augustinus. Doch Gott sei zugleich viel größer, als Menschen denken können.
Impressionen von der feierlichen Installation
Nach der Predigt folgte eine feierliche Zeremonie, in der Prälat Metzl das Weiheversprechen wiederholte, das er bereits als Priester abgegeben hatte. Außerdem bekam er von Bischof Oster Ring, Mitra und Brustkreuz überreicht – Insignien, die Prälat Metzl als Propst des Stifts St. Rupertus tragen darf; Papst Johannes Paul II. hatte dieses Privileg im Jahr 1990 erneuert.
Rund 200 geladene Gäste verfolgten den von Orchester und Kapellsollisten mit Mozarts missa in B musikalisch beeindruckend gestalteten Gottesdienst. Aufgrund der Auflagen wegen der Corona-Pandemie fanden bei weitem nicht so viele Gäste Platz, wie eigentlich hätten teilnehmen wollen. Ein Umstand, den zuvorderst Prälat Metzl sehr bedauerte. Seinen in der Basilika geäußerten Wunsch um eine gute Zusammenarbeit wird er nun also noch ein paar Mal persönlich wiederholen müssen. Für Prälat Metzl, der auch an diesem Tag offen und herzlich auf die Leute zuging, sollte das aber wohl kein allzu großes Problem sein.

Einer der Gäste war – neben Metzls Vorgänger Prälat Günther Mandl – Passaus Altbischof Wilhelm Schraml. Dieser war es, der Klaus Metzl nach dessen Zeit als Pfarrer in Landau St. Marien im Februar 2005 zum Generalvikar ernannt hatte. Bischof Schraml wohnt ja mittlerweile schon seit rund sieben Jahren in Altötting. Der ehemalige Bischof und der ehemalige Generalvikar sind nun also Nachbarn.
Text: Michael Glaß, Fotos: Roswitha Dorfner