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Jugend

Die Frucht ist sichtbar aufgegangen

Redaktion am 28.06.2021

2021 06 28 aoelfb gemeinschaft emmanuel josefsburg1 info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Gemeinschaft Emmanuel in der Altöttinger Josefsburg: Studenten des Projekts „Rejoice“.

Die Gemeinschaft Emmanuel verbindet man mit dem alljährlichen Internationalen Jugend- und Familienforum am Kapellplatz mit über tausend Teilnehmern. Seit nun 25 Jahren ist diese Glaubensgemeinschaft in der Altöttinger Josefsburg, im ehemaligen Kolbergschloss ansässig.

Die­se denk­mal­ge­schütz­te Wohn­stät­te wur­de 1492 erbaut. Für Außen­ste­hen­de“ stellt sich die Fra­ge: Wer ist die Gemein­schaft Emma­nu­el und was pas­siert in die­sem alt­ehr­wür­di­gen Haus, einer eins­ti­gen Haus­wirt­schafts­schu­le der Eng­li­schen Fräu­lein? Rosa­lin­de Meus­bur­ger, ver­ant­wort­lich in der Lei­tung der Josefs­burg, sowie Pfarr­vi­kar Mar­tin Siod­mok, zustän­dig für das Pro­jekt Rejoice“ (vor­mals ESM = Emma­nu­el School of Mis­si­on) öff­ne­ten am 16. Juni die Tore und gaben Auskunft.

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Gemeinschaft Emmanuel in der Altöttinger Josefsburg: Studenten des Projekts „Rejoice“.

Bei Rejoice kom­men jun­ge Men­schen aus ver­schie­de­nen Natio­nen für neun Mona­te in der Josefs­burg zusam­men und erle­ben eine inten­si­ve Zeit der Glau­bens­ver­tie­fung und Aus­bil­dung für die Neue­van­ge­li­sie­rung. Für kirch­lich und pas­to­ral Ver­ant­wort­li­che des Pfarr­ver­bands Alt­öt­ting, allen vor­an Stadt­pfar­rer Prä­lat Dr. Klaus Metzl, wur­den bei einem musi­ka­lisch beglei­te­ten Früh­schop­pen im Frei­en die vie­len Aktio­nen und Pro­jek­te der Gemein­schaft vor­ge­stellt. Außer­dem fand eine Füh­rung durch die Josefs­burg statt.

Der Name Emma­nu­el bedeu­tet Gott mit uns“ (Mt 1,23/Jes 7,14) und ver­weist auf die Nähe Got­tes zu den Men­schen. Der­zeit leben zehn Studenten/​innen in der Josefs­burg. Doch deren Auf­ga­be, die Evan­ge­li­sa­ti­on, gestal­te­te sich im ver­gan­ge­nen Jahr wäh­rend des Coro­na-Lock­downs sehr schwie­rig. Stu­den­tin Hele­na beschrieb die­se Zeit des Abge­schot­tet-Seins als Sprung ins kal­te Was­ser“, und doch habe sie gera­de in die­sen Zei­ten der Ein­sam­keit die gro­ße Lie­be Got­tes gespürt, wie sie in ihrem per­sön­li­chen Glau­bens­zeug­nis erzähl­te. Mit Live­stream-Got­tes­diens­ten und ver­schie­de­nen Video­pro­jek­ten sei es gelun­gen, mit der Bot­schaft des Glau­bens nach außen zu treten.

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Gemeinschaft Emmanuel: Besucher beim Frühschoppen im Garten der Josefsburg in Altötting.

Franz Kin­sky blick­te im Film­saal der Josefs­burg auf die Geschich­te der Gemein­schaft zurück: 1972 grün­de­ten der Film­kri­ti­ker Pierre Gour­sat und die Medi­zin­stu­den­tin Mar­ti­ne Cat­ta in Frank­reich einen Gebets­kreis, der inner­halb eines Jah­res von fünf auf 500 Mit­glie­der gewach­sen ist und heu­te welt­weit 12.000 Mit­glie­der zählt. In den 1970er-Jah­ren ent­stand die Gemein­schaft Emma­nu­el mit diö­ze­saner Aner­ken­nung, 1998 erfolg­te die welt­wei­te Aner­ken­nung der Sta­tu­ten durch den Vati­kan, 2009 die zur öffent­li­chen Ver­ei­ni­gung päpst­li­chen Rechts“. Sie orga­ni­sier­te Fahr­ten zu Tref­fen der Gemein­schaft nach Paray-le-Moni­al. 1991 auf der Fahrt zum Welt­ju­gend­tag nach Polen/​Tschenstochau ver­brach­ten Jugend­li­che der Gemein­schaft drei Tage am Kapell­platz – laut Rosa­lin­de Meus­bur­ger war dies der Grund­stein der Alt­öt­ting-Nie­der­las­sung. Für Alt­öt­tings Stadt und Pfar­rei war es schon lan­ge ein gro­ßes Anlie­gen, die Wall­fahrt zu ver­jün­gen – so blieb die Gemein­schaft Emma­nu­el in leben­di­ger Erin­ne­rung.“ 1992 wur­de die Emma­nu­el School of Mis­si­on in Bir­ken­stein gegrün­det, drei Jah­re spä­ter erfolg­te der Umzug nach Alt­öt­ting in die Josefs­burg. Seit die­ser Zeit gibt es das jähr­li­che Som­mer­fo­rum mit ca. 1.700 Teil­neh­mern (wäh­rend des Lock­downs muss­te es lei­der abge­sagt wer­den) – eine Ein­la­dung vor allem an jun­ge Men­schen, Glau­bens­ge­mein­schaft zu erleben.

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Blick auf die Josefsburg in Altötting, wo die Gemeinschaft Emmanuel junge Menschen aus verschiedenen Nationen für die Neuevangelisierung ausbildet.

Und seit die­ser Zeit wer­den jähr­lich zehn Stu­den­ten aus ver­schie­de­nen Natio­nen für ein Jahr in der Josefs­burg auf­ge­nom­men. Ein geschwis­ter­li­ches Mit­ein­an­der von Lai­en und Pries­tern, Glau­bens­freu­de und Musik cha­rak­te­ri­siert die Gemein­schaft Emma­nu­el. Ihr Anlie­gen ist es, den Glau­ben zeit­ge­mäß wei­ter­zu­ge­ben – bei Gebets­tref­fen, Glau­bens­kur­sen, Aktio­nen auf der Stra­ße; dar­über hin­aus die musi­ka­li­sche Gestal­tung von Gebe­ten und Gottesdiensten.

Stadt­pfar­rer Prä­lat Dr. Klaus Metzl wür­dig­te die Gemein­schaft mit Blick auf den zwei­ten Brief des Apos­tels Pau­lus an die Korin­ther (2 Kor 9, 6 – 11): Wer reich­lich sät, wird reich­lich ern­ten.“ Hier in der Josefs­burg wer­de durch die Gemein­schaft Emma­nu­el reich­lich gesät, seit 25 Jah­ren sei sicht­bar Frucht auf­ge­gan­gen. Auch Dekan Heri­bert Schau­er wünsch­te alles Gute und Got­tes Segen für die Zukunft im Dienst und Auf­trag der Neuevangelisierung.

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In der Josefsburg in Altötting bildet die Gemeinschaft Emmanuel junge Menschen aus verschiedenen Nationen in der Neuevangelisierung aus. Bild: Blick auf eine Darstellung der Josefsburg aus Gründungszeiten.

In Alt­öt­ting enga­gie­ren sich 22 Mit­glie­der, davon zwei Pries­ter, vier gott­ge­weih­te Frau­en, fünf Fami­li­en sowie sechs Sin­gles: in Arbeits­krei­sen der Pfar­rei und am Wall­fahrts­ort; in der Nach­bar­schafts­hil­fe; in der 24-Stun­den-Anbe­tung pro Woche; in Glau­bens­kur­sen (Alpha, Mis­si­on Pos­si­ble); in Kur­sen für Ehe­paa­re (Ehe­Al­pha); in der Jugend­ar­beit und Firm­vor­be­rei­tung; bei Got­tes­diens­ten und der Pilgerbetreuung.

Text und Fotos: Ros­wi­tha Dorfner