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„Mit Maria auf dem richtigen Weg“

Michael Glaß am 17.08.2020

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Festtag Maria Himmelfahrt in Altötting 2020: Bischof Stefan Oster (M.) mit dem scheidenden Altöttinger Wallfahrtsrektor, Prälat Günther Mandl (l.), und dem Nachfolger im Amt des Wallfahrtsrektors und ehemaligen Passauer Generalvikar, Prälat Klaus Metzl.

Mit Bischof Dr. Stefan Oster hat Altötting heuer den Festtag Mariä Himmelfahrt und das Patrozinium der Gnadenkapelle gefeiert. Beim Festgottesdienst in der St. Anna-Basilika erklärte der Bischof u.a. wie Menschen den „richtigen Jesus“ finden können. Außerdem verabschiedete er den langjährigen Altöttinger Stadtpfarrer und Wallfahrtsrektor, Prälat Günther Mandl, in den Ruhestand.

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Festtag Maria Himmelfahrt in Altötting 2020: Bischof Stefan Oster in der St. Anna-Basilika.

Von beson­de­ren Zei­ten“ sprach Bischof Ste­fan Oster in sei­ner Begrü­ßung. Die­ses Jahr ist alles anders als sonst“, hat­te auch der stell­ver­tre­ten­de Wall­fahrts­rek­tor, Kapu­zi­ner­pa­ter Nor­bert Schlen­ker fest­ge­stellt, als er die Teil­neh­mer begrüß­te. Dass heu­er tat­säch­lich vie­les anders ist, war bereits eine Stun­de vor Beginn des Got­tes­diens­tes am Sams­tag­vor­mit­tag zu sehen, als Gläu­bi­ge Schlan­ge stan­den vor der gro­ßen Basi­li­ka, die unter nor­ma­len Umstän­den meh­re­re Tau­send Men­schen auf­neh­men kann. Heu­er war dies auf­grund der not­wen­di­gen Ein­schrän­kun­gen wegen der Coro­na-Pan­de­mie nicht mög­lich. Etwa 100 Besu­cher konn­ten lei­der kei­nen Platz mehr fin­den. Ein Trost für die Daheim­ge­blie­be­nen: Der Fern­seh­sen­der K‑TV über­trug den Got­tes­dienst auf deren Web­site sowie auf You­tube per Live-Stream.

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Festtag Maria Himmelfahrt in Altötting 2020: Bayerns Innenminister Joachim Hermann nahm am Festgottesdienst in der St. Anna-Basilika teil.

Die Besu­cher und die Zuschau­er daheim konn­ten einen mit Orgel und durch Kapell­so­lis­ten fei­er­lich gestal­te­ten Got­tes­dienst mit­er­le­ben. Am Altar kon­ze­le­brier­ten Prä­lat Gün­ther Man­dl sowie Prä­lat Klaus Metzl; es assis­tier­te Dia­kon Tho­mas Zau­ner. Als Ehren­gäs­te begrüß­te Pater Nor­bert u.a. den ehe­ma­li­gen Pas­sau­er Dom­ka­pi­tu­lar Msgr. Josef Fischer, den Alt­öt­tin­ger Dekan Heri­bert Schau­er, den baye­ri­schen Innen­mi­nis­ter Joa­chim Her­mann, den Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Mar­tin Huber, Land­rat Erwin Schnei­der, Alt­öt­tings Alt­bür­ger­meis­ter Heri­bert Hof­au­er sowie Alt­öt­tings Neu-Bür­ger­meis­ter Ste­phan Ant­wer­pen, Zwei­te Bür­ger­meis­te­rin Chris­ti­ne Burg­hart und Drit­ten Bür­ger­meis­ter Hubert Roth­mei­er. Aus­drück­lich begrüß­te Pater Nor­bert zahl­rei­che Pil­ger­lei­ter, die auch stell­ver­tre­tend für all die vie­len Wall­fah­rer teil­nah­men, die sonst an die­sem Fest­tag ins Herz Bay­erns“ kommen.

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Festtag Maria Himmelfahrt in Altötting 2020: Bischof Stefan Oster während seiner Predigt in der St. Anna-Basilika.

Auch wenn die Coro­na-Kri­se zu vie­len Ein­schrän­kun­gen zwingt: Bischof Oster hat­te für die Gläu­bi­gen eine ermu­ti­gen­de Bot­schaft: bereits in sei­ner Begrü­ßung nann­te er die Got­tes­mut­ter Maria ein Hoff­nungs­zei­chen“. In sei­ner Pre­digt beton­te er: Blei­ben wir bei Ihr (Maria), dann blei­ben wir bei Ihm (Jesus). Dann sind wir auf dem rich­ti­gen Weg.“ Auf dem Weg dort­hin, wo Sie und Er uns vol­ler Freu­de erwar­ten. Das ist unse­re Hoffnung!“

Impressionen

Warum Maria als „lebendige Bundeslade“ gedeutet wird

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Festtag Maria Himmelfahrt in Altötting 2020: Ein Fest "mit einem friedvollen Charakter". Im Bild eine junge Teilnehmerin mit Kräuterbuschen.

Dass die­ser Weg jedoch nicht immer fried­lich und kon­flikt­frei vor­an­geht, hat­te Bischof Oster zuvor in sei­ner Pre­digt fest­ge­stellt. Dar­auf ver­wie­sen ja bereits die ers­te Lesung (Offb 11, 19a; 12, 1 – 6a.10ab) und das Evan­ge­li­um (Lk 1, 39 – 56) an die­sem Fest­tag mit dem eigent­lich so fried­vol­len Cha­rak­ter“. Bereits der Hin­weis auf die Bun­des­la­de in der ers­ten Lesung erin­ne­re an die vie­len Kämp­fe und Kon­flik­te des Vol­kes Isra­el, das die­ses Sym­bol für den Bund Got­tes nach dem Aus­zug aus Ägyp­ten durch die Wüs­te ins gelob­te Land getra­gen habe. Unheim­lich sei­en in der Lesung aus der Offen­ba­rung erst recht die Zei­len über den Dra­chen, der das Kind ver­schlin­gen woll­te“. Und auch die Wor­te im Magni­fi­cat im Evan­ge­li­um klän­gen alles ande­re als fried­lich. Der Bischof schlug einen wei­ten Bogen von der Lesung zum Evan­ge­li­um und erklär­te u.a., wie­so die Got­tes­mut­ter Maria als leben­di­ge Bun­des­la­de“ gedeu­tet wer­de: weil sie ver­gleich­bar mit der vom Volk Isra­el als Woh­nung Got­tes“ ver­ehr­ten und mit den zwei Stein­ta­feln mit den zehn Gebo­ten, mit Man­na und mit dem Aarons­stab aus­ge­stat­te­ten Bun­des­la­de den Sohn Got­tes, das Wort Got­tes in Per­son“, das leben­di­ge Brot“ und den Ver­mitt­ler zwi­schen Gott und den Men­schen“ in sich getra­gen habe. So wie Isra­el immer gewusst habe, dass sie in Anwe­sen­heit Got­tes nur gewin­nen“ und sicher ans Ziel kom­men“ könn­ten, so könn­ten auch die Gläu­bi­gen heu­te sicher sein, dass sie mit Maria auf dem rich­ti­gen Weg nach Hau­se kommen“.

"Die Muttergottes Maria verweist auf ihren Sohn – auf Jesus, der uns verwandelt, uns heilt"

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Festtag Maria Himmelfahrt in Altötting 2020: Prälat Günther Mandl mit der Replik des Gnadenbildes.

Doch der Bischof warn­te auch: im Magni­fi­cat, in ihrem Lob­ge­sang, schil­de­re Maria auch einen Kampf. Ein Kampf, den Men­schen vor allem mit sich sel­ber aus­tra­gen müss­ten und vor dem auch Pries­ter nicht ver­schont blie­ben, wie Bischof Oster erklär­te. Er zer­streut, die im Her­zen voll Hoch­mut sind“, zitier­te er unter ande­ren und stell­te fest: auch Pries­ter sei­en nicht vor Hoch­mut gefeit. Bischof Oster warn­te auch davor, den Sohn Got­tes zu benut­zen. Jesus könn­ten alle irgend­wie gut fin­den“ und tat­säch­lich habe er vie­le Züge, die Men­schen für ihre eige­nen Ansprü­che her­aus­pi­cken könn­ten. Nicht weni­ge rede­ten daher mehr über sich selbst, wenn sie über Jesus sprä­chen. Die­se Gefahr, Jesus nur zu benut­zen, kön­ne gebannt wer­den, wenn sich die Men­schen dar­an erin­ner­ten, dass Jesus zual­ler­erst gekom­men sei, um jeden ein­zel­nen zu ver­wan­deln, zu ver­än­dern, zu hei­len“; erklär­te Bischof Oster. Wie die­se Ver­än­de­rung und Hei­lung pas­sie­ren kön­ne, lern­ten Gläu­bi­ge am bes­ten bei der Got­tes­mut­ter Maria. Wenn wir bei Maria sei­en, dann bekä­men wir den rich­ti­gen Jesus“, beton­te er. Mit Ver­weis auf den Dra­chen in der Lesung sprach Bischof Oster auch von Angrif­fen auf die Kir­che“; die­se sei­en zum Teil auch berech­tigt, erklär­te er mit Ver­weis auf Sün­den in der Kir­che, die es von Anfang an gege­ben hat, weil der Mensch ein Sün­der ist“. Den­noch: Das Geheim­nis bleibt“, beton­te Bischof Oster. Des­we­gen pil­ger­ten so vie­le Men­schen zur Mut­ter­got­tes, die auf ihren Sohn ver­weist; auf Jesus, der uns ver­wan­delt, uns heilt und uns ver­heißt, dass auch wir (wie Maria) mit Leib und See­le in den Him­mel auf­ge­nom­men wer­den können“.

Nach der Pre­digt sen­de­te Bischof Oster fünf neue Pil­ger­be­treu­er aus. Mar­kus Unter­stal­ler, Regu­la Unter­stal­ler, Rosa­lin­de Meus­bur­ger, Rupert Köck und Maria Klaus wer­den ab sofort den Wall­fah­rern nach Alt­öt­ting nicht nur orga­ni­sa­to­risch, son­dern auch inhalt­lich im Gespräch“ bereit ste­hen. Drei wei­te­re Pil­ger­be­treu­er wur­den die­ses Jahr aus­ge­bil­det, waren an die­sem Tag jedoch verhindert.

Impressionen von der Aussendung der Pilgerbetreuer

Als Qua­li­täts­sprung in der Sor­ge um unse­re Wall­fah­rer“ bezeich­ne­te Bischof Oster die Ein­rich­tung der Pil­ger­be­treu­ung. Der­je­ni­ge, auf dem die­se im Jahr 2016 ein­ge­führ­te Ein­rich­tung zurück­geht, ist nun im Ruhe­stand. Bevor Bischof Oster am Ende des Got­tes­diens­tes die von den Besu­chern mit­ge­brach­ten Kräu­ter­bu­schen seg­ne­te, ver­ab­schie­de­te er Prä­lat Gün­ther Man­dl. Für die­sen beson­de­ren Ort braucht es beson­de­re Men­schen – und das sind Sie“, wür­dig­te der Bischof den lang­jäh­ri­gen Stadt­pfar­rer und Wall­fahrt­rek­tor. U.a. bezeich­ne­te er Man­dl als lei­den­schaft­li­chen Pries­ter und Leh­rer, als Freund der Men­schen, der Wall­fah­rer und der Kir­chen­mu­sik“ und nicht zuletzt als beson­de­ren Freund der Mut­ter des Herrn“. Nach sehr lang anhal­ten­dem Applaus blick­te Prä­lat Man­dl kurz auf eine Her­ku­les­auf­ga­be, aber auch auf viel Freu­de“ zurück; von Wall­fah­rern und Mit­ar­bei­tern habe er immer viel zurück­be­kom­men, sag­te er. Dass er stets gewusst habe, dass der Bischof hin­ter mir steht“, habe vie­les erleich­tert. Den Pos­ten des Wall­fahrts­rek­tors wird nun der ehe­ma­li­ge Pas­sau­er Gene­ral­vi­kar Dr. Klaus Metzl über­neh­men. In Pas­sau sei Prä­lat Metzl ja bereits gebüh­rend ver­ab­schie­det wor­den“, mein­te Bischof Oster knapp und füg­te augen­zwin­kernd hin­zu: Die nächs­te Wür­di­gung für Prä­lat Metzl ste­he dann erst nach sei­nem Dienst in Alt­öt­ting an und da sei­en noch eini­ge Jah­re hin.

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Festtag Maria Himmelfahrt in Altötting 2020: Bischof Stefan Oster verabschiedet den Altöttinger Wallfahrtsrektor, Prälat Günther Mandl, in den Ruhestand.

Nach dem Fest­got­tes­dienst fand für Prä­lat Gün­ther Man­dl eine Abschieds­fei­er im klei­nen Rah­men im Klos­ter­gar­ten von St. Kon­rad statt. Vie­le Kol­le­gen, Weg­be­glei­ter und vor allem auch vie­le Pil­ger­lei­ter dank­ten dem Wall­fahrts­rek­tor und auch Man­dl selbst sprach noch ein­mal dan­ken­de Worte.

Impressionen von der Verabschiedung von Prälat Günther Mandl im Klostergarten

Den Got­tes­dienst am Vor­abend zu Mariä Him­mel­fahrt am Frei­tag, 14. August, hat­te Prä­lat Man­dl noch selbst zele­briert. In sei­ner Pre­digt beton­te er die Demut“, also den Mut zu Die­nen“ als wesent­li­ches Merk­mal der Got­tes­mut­ter. Auch der Sohn Got­tes sei als Die­ner gekom­men, beton­te Man­dl, und als Bot­schaft habe er den Men­schen hin­ter­las­sen: Wer von euch groß sein will, der sei euer Die­ner.“ Für den Gna­den­ort Alt­öt­ting wünsch­te Prä­lat Man­dl, dass der Kapell­platz und die gute Stu­be der Mut­ter­got­tes‘ ein Ort der Ruhe, Stil­le und Spi­ri­tua­li­tät bleiben“.

Auf­grund der wegen der Coro­na-Pan­de­mie begrenz­ten Teil­neh­mer­zah­len konn­ten lei­der kei­ne Pro­zes­sio­nen und Licht­fei­ern abge­hal­ten wer­den. Die Wei­he der Stadt Alt­öt­ting an die Gna­den­mut­ter muss­te aber nicht aus­fal­len, son­dern wur­de in der Basi­li­ka St. Anna vollzogen.

Text: Micha­el Glaß

Fotos: Ros­wi­tha Dorfner