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Schätze und Perlen unseres Glaubens entdecken – Eucharistisches Stundengebet der Kapuziner in Altötting

Michael Glaß am 03.03.2020

2020 03 03 aoelfb eucharistisches stundengebet pater norbert schlenker info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Eucharistisches Stundengebet in Altötting: Kapuzinerpater Norbert Schlenker am Altar in der St. Magdalenakirche.

Auf „Schatzsuche“ in der Fastenzeit: Das Wallfahrtsmotto „Die kostbare Perle finden“ in Anlehnung an das Evangelium „Mt 13,44-46“ war auch Thema des traditionellen „Eucharistischen Stundengebets“ der Kapuziner in Altötting.

In ins­ge­samt vier Pre­dig­ten am 29. Febru­ar und 1. März in der St. Mag­da­len­a­kir­che lud Pater Nor­bert Schlen­ker, Guar­di­an des St. Mag­da­len­ak­los­ters und stell­ver­tre­ten­der Wall­fahrts­rek­tor, dazu ein, Schät­ze und Per­len unse­res Glau­bens zu ent­de­cken“. Hier­bei gab er prak­ti­sche Tipps und stell­te in den ers­ten drei Pre­dig­ten die drei Hei­li­gen Franz und Kla­ra von Assi­si sowie Bru­der Kon­rad von Par­zham vor.

Sehr aus­führ­lich schil­der­te P. Nor­bert die Lebens­ge­schich­te der drei Hei­li­gen und zeig­te anhand die­ser auf wie sie schließ­lich dem ein­zig wah­ren Schatz“ auf die Spur kamen: In radi­ka­ler Chris­tus­nach­fol­ge. Denn die Per­le, von der das Mt-Evan­ge­li­um spricht, sei Jesus Chris­tus selbst“.

"Das Sympathische am heiligen Franziskus: er war ein Mann des Evangeliums – und das kommt an"

2020 03 03 aoelfb eucharistisches stundengebet info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Eucharistisches Stundengebet der Kapuziner in Altötting: Gottesdienstbesucher blicken auf die Monstranz am Volksaltar der St. Magdalenakirche.

Das Sym­pa­thi­sche an ihm: er war ein Mann des Evan­ge­li­ums – und das kommt an“, stell­te der Pre­di­ger über den hl. Fran­zis­kus fest. Sein gan­zes Leben habe er an der Froh­bot­schaft des Herrn“ aus­ge­rich­tet; er habe die­se nicht ver­theo­lo­gi­siert“, son­dern die Hl. Schrift wört­lich genom­men und danach gelebt. Hier ist Fran­zis­kus uns allen Vor­bild“, erklär­te P. Nor­bert. Und es ist sicher: Fran­zis­kus lebt auch noch in unse­rer Zeit.“

Gegen vie­le Wider­stän­de hat­te Kla­ra von Assi­si anzu­kämp­fen: in der eige­nen Fami­lie (zumin­dest unter dem männ­li­chen Teil“), als sie ihr wohl­ha­ben­des adli­ges Eltern­haus ver­ließ, um in der klei­nen Kir­che Por­ti­unku­la das Gelüb­de eines Lebens nach den evan­ge­li­schen Räten abzu­le­gen; auch aus dem Vati­kan, als sie den Orden der Kla­ris­sen“ grün­de­te und als ers­te Frau in der Kir­chen­ge­schich­te eine eige­ne Ordens­re­gel ver­fass­te. Das wich­tigs­te war es Kla­ra, in einem Punkt Fran­zis­kus‘ Bei­spiel zu fol­gen: in der For­de­rung nach radi­ka­ler Armut“, fass­te P. Nor­bert zusammen.

Über den hl. Bru­der Kon­rad sag­te P. Nor­bert: Die­se Beru­fungs­ge­schich­te des uns bekann­ten und ver­trau­ten Bru­der Kon­rad dür­fen wir wirk­lich als eine Schatz­su­che‘ sehen. Jah­re­lang war er auf die­sem Weg (als regel­mä­ßi­ger Wall­fah­rer, als Beter) und als er sei­nen Schatz, die edle Per­le, gefun­den hat­te, ver­kauf­te er alles, was er besaß und leb­te als Kapu­zi­ner und Klos­ter­pfört­ner hier am Gna­den­ort, wo er Gott und den Men­schen nahe sei­nen Dienst am Reich Got­tes verrichtete.“

Frei­lich ist ein Leben ganz nach dem Vor­bild die­ser drei Hei­li­gen im All­tag der meis­ten Men­schen kaum umzu­set­zen, dies räum­te auch P. Nor­bert in sei­ner vier­ten Pre­digt ein. Den­noch ermun­ter­te er sei­ne Zuhö­rer auf deren Bei­spiel zu sehen. Als prak­ti­sche Rat­schlä­ge gab er ihnen ins­be­son­de­re mit auf den Weg:

  • Akzep­tie­ren, dass wir Suchen­de sind“, dass wir beweg­lich blei­ben müs­sen“ – sowohl geist­lich als auch ganz prak­tisch bei Wallfahrten.
  • Wis­sen, dass das Evan­ge­li­um nie­man­den über­for­dern wol­le, dass Gott nie­man­den allei­ne las­se und mit uns auf dem Weg sei – Das Reich Got­tes ist bereits hier und heu­te“, stell­te P. Nor­bert klar.
  • Die Hl. Schrift nicht nur lesen, son­dern medi­tie­ren, sie mit dem Her­zen lesen“ – Da fin­den wir Wor­te des Lebens, die unse­rem Leben Sinn, Tie­fe und Wei­te geben und zu einer per­sön­li­chen Chris­tus­be­geg­nung füh­ren kön­nen“, erklär­te P. Norbert.
  • Ein Schatz und eine Per­le unse­res Glau­bens ist auch das Rosen­kranz­ge­bet“, beton­te P. Norbert.
  • Ins­be­son­de­re ver­wies P. Nor­bert auch auf die Bedeu­tung der Sakra­men­te für das Leben, hier­bei vor allem auf die regel­mä­ßi­ge Fei­er der Eucha­ris­tie sowie auf das Sakra­ment der Buße.
  • Außer­dem beton­te P. Nor­bert: Eine Erneue­rung der Kir­che las­se sich nicht allein mit Dis­kus­sio­nen über Struk­tur­fra­gen“ errei­chen, die­se ist immer ein geist­li­cher Pro­zess und der geht vom Evan­ge­li­um aus“.

P. Nor­bert resü­mier­te: Jede und jeder kann und soll aber auch auf sei­ne Wei­se Schatz­su­cher sein und blei­ben und da wün­sche ich allen vie­le und gute Ent­de­ckun­gen von Schät­zen und Per­len unse­res Glaubens.“

Text: Micha­el Glaß

Das traditionelle „Eucharistische Stundengebet“: Einstimmung auf die Fastenzeit

Das tra­di­tio­nel­le Eucha­ris­ti­sche Stun­den­ge­bet“ ent­spricht dem so genann­ten 40-stün­di­gen Gebet“, einer Andachts­form aus dem Jahr 1527. Damals hat­te man in Mai­land in schwe­rer Not­zeit 40 Stun­den lang vor dem in der Mons­tranz aus­ge­setz­ten Aller­hei­ligs­ten gebe­tet in Erin­ne­rung an die 40 Stun­den der Gra­bes­ru­he des Herrn. Die Jesui­ten, die im Jah­re 1591 nach Alt­öt­ting kamen und die St. Mag­da­le­na-Kir­che erbau­ten, führ­ten die­se Andacht auch hier ein. Das Stun­den­ge­bet soll auf die öster­li­che Buß­zeit einstimmen.