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„Diese Gemeinschaft fehlt uns“

Redaktion am 02.02.2021

2021 02 02 aoelfb altoettinger kapellsingknaben corona info-icon-20px Foto: Herbert Hager
Im kleinsten Kreis – das gehört zum neuen Alltag bei den Kapellsingknaben: Das Bild zeigt zwei Buben beim Einsingen im Probensaal des Altöttinger Marienwerks.

Die Altöttinger Kapellsingknaben und Mädchenkantorei sind im Corona-Modus – der Start des neuen Anfängerchores wurde bis auf Weiteres verschoben.

Vor nun­mehr 18 Jah­ren wur­de das Ensem­ble von Kapell­sing­kna­ben und Mäd­chenkan­to­rei gegrün­det und hat sich seit­her zu einem musi­ka­li­schen Bot­schaf­ter der Wall­fahrts­stadt ent­wi­ckelt; seit gut sechs Jah­ren haben die jun­gen Sän­ge­rin­nen und Sän­ger einen wun­der­ba­ren Pro­ben­saal im Neu­bau des Mari­en­werks, der im Herbst 2014 ein­ge­weiht wor­den ist: Die­ser Saal aber ist der Pan­de­mie wegen seit Mona­ten wei­test­ge­hend ver­waist. Denn Coro­na hat sich auch auf den Betrieb bei den Kapell­sing­kna­ben aus­ge­wirkt. Der ist ange­sichts der Umstän­de deut­lich erschwert, kann aber selbst der­zeit noch auf­recht­erhal­ten wer­den – dank der Mög­lich­kei­ten, die sich online bie­ten. Eines aber kann auf die­se Wei­se nicht gelin­gen: Sin­gen ist neben dem musi­ka­li­schen Erle­ben auch ein Erle­ben in der Gemein­schaft. Und die­se Gemein­schaft fehlt uns“, sagt Her­bert Hager, der Lei­ter der Kapell­sing­kna­ben und Mädchenkantorei.

Seit mitt­ler­wei­le fast einem Jahr kämp­fen sich die Chö­re durch die neue Situa­ti­on. Als Mit­te März 2020 die Sing­schu­le auf­grund des Lock­downs schlie­ßen muss­te, war das für die Chor­lei­tung und die rund 100 Sän­ge­rin­nen und Sän­ger ein Schock“, wie Hager berich­tet. Solo- und Chor­un­ter­richt und alle Auf­trit­te sowie sämt­li­che Chor­ak­ti­vi­tä­ten – alles muss­te umge­hend ein­ge­stellt wer­den. Die Sing­schu­le des Mari­en­wer­kes reagier­te unver­züg­lich und stell­te auf Online-Unter­richt um. Das war für uns völ­li­ges Neu­land“, sagt Hager. Aus der Bahn wer­fen lie­ßen sich die Kapell­sing­kna­ben und Mäd­chenkan­to­rei dadurch aber nicht: Alle gewöhn­ten sich schnell an die neu zu beherr­schen­den Din­ge: Mikro­fon stumm schal­ten, Bild­schirm tei­len, klang­li­che Ver­zö­ge­run­gen, Web­cam an und aus.“

2021 02 02 aoelfb altoettinger kapellsingknaben adventskonzert info-icon-20px Foto: Roswitha Dorfner
Adventskonzert 2019: Kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie konnte Leiter Herbert Hager (r.) noch mit seinen Chören auftreten.

Bevor im Juni wie­der mit klei­ne­ren Grup­pen in der Sing­schu­le gesun­gen wer­den durf­te, muss­te ein umfang­rei­ches Hygie­nekon­zept erar­bei­tet wer­den. Vor allem das Sin­gen mit viel Abstand sei für die Kin­der und Jugend­li­chen anfangs unge­wohnt gewe­sen, berich­tet der Chor­lei­ter. Trotz der Umstän­de sei­en alle froh gewe­sen, wie­der prä­sent pro­ben zu kön­nen; und mehr noch, nach knapp sechs Mona­ten Auf­tritts­pau­se am 14. August wie­der vor Publi­kum sin­gen zu dür­fen. Frei­lich war dies beim Vor­abend­got­tes­dienst zu Mariä Him­mel­fahrt in der Basi­li­ka St. Anna einer klei­nen Grup­pe des Män­ner­cho­res der Kapell­sing­kna­ben vor­be­hal­ten. Auch beim Requi­em für Prä­lat Alo­is Furt­ner, den frü­he­ren Vor­sit­zen­den des Mari­en­wer­kes, im Sep­tem­ber konn­te eine Grup­pe der Kapell­sing­kna­ben und Mäd­chenkan­to­rei musi­ka­lisch mit­wir­ken. Und: Unter Ein­hal­tung der staat­li­chen und kirch­li­chen Vor­ga­ben fand in Zusam­men­ar­beit mit den Kapu­zi­nern an den Advent­sonn­ta­gen jeweils ein Abend­lob in der Basi­li­ka statt.

Da war aber wegen der neu­er­li­chen Ver­schär­fung der Coro­na-Lage schon wie­der auf Online-Unter­richt umge­stellt wor­den. Und so sit­zen die jun­gen Sän­ge­rin­nen und Sän­ger seit­her wie­der vor Lap­top, Smart­pho­ne oder PC, um ihre Stim­men zu trai­nie­ren und neue Lie­der zu lernen.

Umpla­nen müs­sen die Ver­ant­wort­li­chen – Trä­ger der Kapell­sing­kna­ben und der Mäd­chenkan­to­rei ist die Stif­tung Alt­öt­tin­ger Mari­en­werk – aber nicht nur den lau­fen­den Pro­ben­be­trieb, son­dern auch bezüg­lich des neu­en Anfän­ger­cho­res mit Kin­dern der ers­ten Grund­schul­klas­sen. Der wür­de im Nor­mal­fall Ende März star­ten, die Wer­bung dafür wür­de im Febru­ar begin­nen. Dass die­ser Fahr­plan nicht zu hal­ten ist, das steht bereits fest: Wegen der Coro­na-Situa­ti­on ver­schie­ben wir die Anwer­bung und den Beginn des neu­en Anfän­ger­chors auf unbe­stimm­te Zeit“, stellt Her­bert Hager klar.

Text: Ste­phan Hölzlwimmer

Kon­takt: Unab­hän­gig von den aktu­el­len Coro­na-Ein­schrän­kun­gen kön­nen sich Eltern aber schon jetzt über den Chor infor­mie­ren unter Tel. 08671 9264750